Die nächsten Tage wurden vom Problem "Lenkrad" beherrscht. Die
vorschriftsmäßige Lösung wäre gewesen, am Lenker ein Zahnrad zu
befestigen und per Fahrradkette und Bowdenzügen den Motor zu
bewegen, aber damit war ich hoffnungslos überfordert. Zahnräder gab
es zwar vom örtlichen Fahrradhändler jede Menge gratis, aber die
Dinger bestehen aus gehärtetem Stahl, ein Material, das vom
Normalbürger so gut wie nicht zu bearbeiten ist. Es war nicht einmal
zu schaffen, per Bohrmaschine ein kleines Loch hinein zu bekommen.
Resigniert gab ich auf, hatte hinterher aber wesentlich mehr Respekt
vor dem Getriebe meines Fahrrades. Scheinbar konnte man sich ganz
gut darauf verlassen.
Ein Kleinversuch mit ein paar Schnüren, einem Loch in der Achse
vom Lenkrad und zwei Schrauben am Motorschaft versprach bessere
Ergebnisse. Nach einigem Probieren hatte ich die Konstruktion
soweit, dass sie funktionierte, auch wenn sich der Motor nach rechts
drehte, wenn man das Lenkrad nach links kurbelte. Erhöhtes Grübeln
brachte aber bald die Erkenntnis, welche Schnur wie herum gehörte
und bald funktionierte alles zufriedenstellend. Solange bis die
Holzachse brach. Aber lieber jetzt, als später auf dem Wasser. Sie
wurde durch ein Alurohr ersetzt und die Schnur durch ein Drahtseil.
Das schien vertrauenerweckend.
Richtig seemännisch sah es aus, als die Klampen montiert waren,
an denen man später das Schiff festmachen würde.
Eine etwas klobig wirkende Badeleiter war schnell
zusammengebastelt, schnell an die Bordwand geschraubt - und wurde
später nie benützt. Vor allem deswegen, weil sich das Boot beim
Besteigen dermaßen auf die Seite legte, dass man Angst bekam, es
würde einem auf den Kopf fallen. Dieser Effekt gab sich erst, als
wir eine Terrasse anbauten, die dem Ganzen etwas mehr Stabilität
verlieh.
Im Großen und Ganzen war das Schiff jetzt fertig, alles Restliche
konnte auf dem Wasser erledigt werden. Dort hatte man bestimmt auch
mehr Gefühl dafür, was noch nötig war und was nicht.