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Erste Experimente mit dem Bootsbau

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Erste Aufgabe war, die Leisten auf die richtige Größe zu bringen, es gab sie nämlich nur in drei Metern Länge, das Boot sollte aber 4,50 Meter lang werden. Also mussten sie verlängert werden, was mit einem Schrägschnitt und Epoxidkleber leicht zu bewerkstelligen war. Epoxid muss man aber ein paar Stunden aushärten lassen, was den Klebevorgang dann doch etwas langweilig macht. Im Gegensatz zu Holzleim dürfen die zu verklebenden Teile keinem hohen Pressdruck ausgesetzt werden, das Harz soll möglichst an der Verbindungsstelle bleiben und nicht aus den Rändern herausgequetscht werden.

Mit den ausgehärteten Balken machte ich mich an die Konstruktion des Schiffsbodens. Für den ersten Schwimmer, der ja einen Sommer lang als Hausböötchen dienen sollte, wollte ich einen doppelten Boden bauen, mit einer Lage Styropor dazwischen. Schließlich wollte ich darin schlafen, eine Wärmeisolierung von unten wäre bestimmt nicht übel. Für die restlichen drei Schwimmer wäre das dann natürlich nicht mehr nötig. Styropor hat sich aber in der Praxis beim Schiffsbau nicht bewährt, es saugt sich mit Wasser voll, wird immer schwerer und ist eine gute Grundlage für Schimmelpilze aller Art. Verwenden Sie statt dessen das ebenfalls in Baumärkten erhältliche Styrodur, das allerdings etwas teurer ist.

Die aus zwei Teilen bestehende Grundplatte wurde auf den Boden gelegt und darüber das Lattengerüst konstruiert. Die Abstände zwischen den Querverstrebungen wurden einfach so gewählt, dass sie der Größe der handelsüblichen Styroporplatten entsprachen. Die Ecken wurden mit Diagonalstreben stabilisiert und alles säuberlich verschraubt - aber noch nicht verleimt. Nach dem Bau der Seitenteile und der Deckverstrebungen wurde alles säuberlich mit Filzschreiber beschriftet und wieder zerlegt. Beschriftet wurde natürlich an Stellen, die man später nicht mehr sehen würde. Die Abkürzungen machten zwar oft einen recht kryptischen Eindruck ("LHORV" = links, hinten, oben, rechts, vorne), aber so war ich sicher, die Einzelteile später wieder richtig zusammensetzen zu können. Denn jetzt kam der nervige Teil des Baus. Leisten und Sperrholzplatten wurden mit Wasserbeize angestrichen (Eiche mittel) und mit mehreren Lagen Epoxidharz versiegelt. Für die Innenseiten brachte ich drei Lagen Harz auf, für alles was später mit Wasser in Berührung kommen würde nahm ich lieber fünf Lagen.
Im Nachhinein gesehen war das etwas übertrieben, die Wasserseite dreimal und die Innenseiten überhaupt nicht hätte auch gereicht.

Platten und Leisten wurden in Büro und Küche verteilt und mittels Rolle und dünnflüssigem Harz versiegelt. Das zog sich über Wochen hin, da man jede Lage über Nacht trocknen lassen musste. Gesundheitlich war das wohl nicht gerade die beste Lösung, aber es war Winter und bei null Grad härtet das Harz im Freien nicht aus. Gut lüften, und die Trocknungszeit in einem anderen Zimmer verbringen, war hier angesagt. Besonders nachahmenswert ist diese Methode nicht, eine beheizte Garage oder Ähnliches wäre schon vorzuziehen. Beim Einharzen im Freien sollte man darauf achten, dass die Temperatur nicht unter 15 Grad sinkt und dass das noch feuchte Harz vor Regen geschützt ist.

Zum Mischen von Harz und Härter leistet eine Briefwaage sehr gute Dienste. Meßbecher auf die Waage, auf Null stellen, Harz einfüllen, wieder auf Null stellen und die entsprechende Menge Härter darüber gießen. Wieviel Gewichtsanteile genau, hängt vom jeweiligen Hersteller ab. Sehr praktisch ist es, wenn Harz und Härter verschiedene Farben haben, das erleichtert abzusehen, wann man mit dem Vermischen fertig ist, die Austrocknung erfolgt farblos. Das Harz wird auf der Platte verteilt und mit einem kleinen Farbroller verteilt - dessen Rollaufsatz man hinterher wegwerfen kann, er wird knallhart. Passen Sie auf, dass Sie den Roller nicht gedankenlos in den Mülleimer werfen, er klebt sonst darin fest und Sie können den Eimer gleich mit entsorgen. Als Unterlage eignet sich Plastikfolie, daran klebt das Harz nicht fest. Aber machen Sie vorher einen Kleinversuch um auch sicher zu gehen. Schutzhandschuhe sind dringend anzuraten. Etwaige Reste kippen Sie einfach in ein leeres Glas und lassen diese aushärten. Das machen Sie solange, bis das Glas voll ist, dann können Sie es in den Müll werfen, gehärtetes Harz ist kein Sondermüll mehr.

Nach mehreren Wochen waren alle Platten gut beschichtet und ich schraubte den Holzkasten wieder zusammen.

Das Ergebnis sah recht eindrucksvoll aus. Etwas zu groß vielleicht, aber das würde man später in der Praxis besser beurteilen können. Um es gleich vorwegzunehmen: Für einen von vier Schwimmern für das Hausboot war mein Kasten komplett überdimensioniert. Halb so hoch hätte locker auch gereicht.


So werden Balken verlängert: Schrägschnitt und mit Epoxidharz verleimt. Das hält bombenfest.


Die ersten Erfahrungen mit Epoxydharz und Zweikomponentenlack.


Der Boden wird konstruiert und zur Wärmedämmung mit Styropor ausgelegt. Ein schwerer Fehler.


Das Gerüst für die Seitenwände wird gebastelt.


Das Imprägnieren aller Leisten mit Epoxidharz artet zu einer echten Geduldsprobe aus.


Das Einrollern von Sperrholzplatten mit Harz ist da schon wesentlich bequemer.


Die Grundausrüstung zum Laminieren mit Harz.