Schwimmding.de

Der Strom

zur Startseite

 

 

Wenn man an einem Platz liegt, der über einen Landanschluss verfügt, oder man sich per Verlängerungskabel Strom besorgen kann, dann gibt es außer der Stromrechnung eigentlich nur noch ein Problem:

Wasser, Feuchtigkeit und 220 Volt sind eine sehr gefährliche Kombination. Wenn ein Fachmann für Elektroinstallationen zur Hand ist, sollte man diese Arbeiten lieber von ihm erledigen lassen. Wenn man es unbedingt selber machen will, heißt die oberste Devise: Sicherheit. Man verwendet Feuchtraumkabel, und -Stecker, installiert Schutzstromschaltungen und liest am besten vorher ein gutes Buch über Kriechströme. Aber eigentlich ist davon abzuraten, irgendetwas selber zu verlegen, die Gefahr von Stromschlägen ist viel zu groß.

Besser ist es, eine 12 oder 24 Volt Anlage zu installieren, die von Solarenergie oder Windkraft betrieben wird. Liegt man an einem Fluss mit nennenswerter Strömung, so ist auch der Einsatz einer kleinen Wasserturbine denkbar.

Mit Niederspannungssystemen kann man niemanden in Gefahr bringen, jedenfalls nicht durch den Strom direkt. Die Gefahr bei 12 Volt Anlagen besteht darin, die Querschnitte der benötigten Kabel unterzudimensionieren. Dann wird das Kabel warm, weil soviel Strom fließt. Ist das Kabel strategisch zu dünn, wird es nicht warm sondern heiß, die Ummantelung kann zu schmoren oder zu brennen anfangen. Bald darauf haben Sie eventuell ein brennendes Schiff.

 

Für die richtige Leitungsstärke gibt es eine anheimelnde Formel:

Leitungsquerschnitt (in mm2)=
2 x Kabellänge (in Metern) x Stromaufnahme (in Ampere)
geteilt durch
56 x zulässiger Spannungsabfall (in Volt)

Der zulässige Spannungsabfall beträgt bei Positionslampen maximal 0,6 Volt, bei sonstigen Verbrauchern maximal 0,85 Volt. Die Konstante 56 ist der Leitwert von Kupfer. Unter Kabellänge ist die Entfernung vom Verbraucher zur Batterie zu verstehen, zweimal deshalb, weil der Strom ja auch wieder zurück fließt.

Der Nachteil von 24 Volt Anlagen besteht hauptsächlich darin, dass es im (preisgünstigen) Campingfachhandel kaum 24 Volt Geräte gibt und man auf das wesentlich teurere Schiffszubehör angewiesen ist.

220 Volt an Bord braucht man eigentlich bloß für Ladegeräte von Handys und Laptops, außer man gehört zu den Glücklichen, die für diese Geräte ein Adapter für den Kfz-Zigarettenanzünder besitzen. Für diese kleinen Stromfresser kann man aber leicht einen Wechselrichter an die Batterie anschließen, der aus 12 Volt Gleichstrom 220 Volt Wechselstrom macht. Man muss halt auf die Wattzahl des Wechselrichters achten. An ein 300 Watt Gerät kann man keine 1000 Watt Bohrmaschine anschließen.

Tragbare 12 Volt Fernseher gibt es jede Menge und auch billig - aber man muss darauf achten, ob das befahrene Gebiet noch terrestrisches Analog-TV hat oder schon auf Digitalfernsehen umgestellt ist. Eine Satellitenschüssel an Bord macht nicht viel Sinn, das Bild leidet unter jeder Welle.

Die größten Stromfresser sind Kühlschrank, Heißwasserkocher und Positionslampen. Eine handelsübliche Kühlbox fürs Auto verbraucht 4 Ampere pro Stunde. Das hört sich nach nicht viel an, wird aber 24 Stunden pro Tag verbraucht, falls die Box kein teures Thermostat besitzt. 24 mal 4 ergibt 96, eine übliche 100 AH Batterie ist also nach einem Tag leer.

Um einen Liter Wasser um 20 Grad abzukühlen benötigt man eine Energie von 20 Wattstunden. Einfrieren dagegen ist erheblich aufwendiger. Um einen Liter Wasser von plus 20 Grad auf minus 20 Grad zu bringen braucht man 130 Wattstunden. Also eine Stunde lang 130 Watt, bei einer 12-Volt Anlage ergibt das eine Stunde lang einen Strom von 10,83 Ampere.

Getränkeflaschen kann man übrigens ganz einfach kühlen, indem man sie mit einem nassen Tuch umwickelt und in den Wind stellt.

Bevor man 12 Volt Geräte besorgt, informiert man sich am besten gründlich über die Preise. Bei Camping- und Outdoorspezialisten bekommt man die gleichen Geräte oft erheblich billiger als beim Bootszubehörhandel. Vorsicht ist geboten, wenn Geräte als Autozubehör deklariert sind. Diese nehmen in der Regel nicht viel Rücksicht auf den Stromverbrauch, weil Strom im fahrenden Auto von der Lichtmaschine erzeugt wird und reichlich davon vorhanden ist.