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Sehr breit ist der Landwehrkanal an dieser Stelle nicht und die großen
Fahrgastschiffe ziehen entsprechend dicht an einem vorbei. Der
Wellenschlag kann beachtlich werden und es herrscht viel Verkehr, der Landwehrkanal gehört zum Standardrepertoire der meisten
Stadtrundfahrtsschiffe. Fünf Meter neben der Schraube eines solchen
Ungetüms wird man ganz schön durcheinander geschaukelt, vor allem wenn
gleich drei der dicken Brummer hintereinander kommen.
Noch dichter gehen allerdings die Spaziergänger vorbei, der
Uferwanderweg ist nur einen Meter vom Schiff entfernt. Der
Landwehrkanal gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen der
Kreuzberger, entsprechend stark ist der Weg frequentiert und bei
sonnigem Wetter sind die Ufer sehr stark bevölkert.
Nachts ist dieser Platz nichts für furchtsame Menschen, im Dunkel
schleichen allerhand Leute am Boot vorbei, eine Straßenbeleuchtung
gibt es nicht.
Die kleinen Poller erlauben
keine besonders sichere Befestigung des Bootes. Wir haben in Berlin
schon erlebt - allerdings nicht hier, sondern am Rummelsburger See -
daß sich jemand den Spaß gemacht hat, das Boot in der Nacht
loszumachen und man morgens aufwacht und irgendwo herumtreibt. Dieser
Liegeplatz ist für solche Scherzbolde geradezu prädestiniert.
Einkaufsmöglichkeiten in der
näheren Umgebung gibt es nicht, erst nach zehn Minuten Fußmarsch
kommen in der Wiener Straße und in der Reichenberger Straße die ersten
kleinen Läden. Etwa ab Höhe der Glogauer Straße, ab dann wird es
zunehmend großstädtischer.
Der Landwehrkanal an dieser
Stelle war früher die Grenze zwischen Ost- und Westberlin, die Gegend
ein eher verruchter Randbezirk, fast schon Slums. Die Häuser in der
näheren Umgebung des Liegeplatzes sind oft noch im damaligen Zustand.
Ein Rundgang durch die Schlesische Straße, Falkensteinstraße und
Wrangelstraße lohnt sich, man spürt noch das alte Mauer-Flair und muß
sich auch nicht wundern, wenn auf den Gehwegen Motorräder repariert
oder Regale gebaut werden. Das Leben spielt sich hier auf den Straßen
ab, und es kommt auch schon mal vor, dass Kinder eine Kreuzung zum
Fußballstadion ernennen und den Verkehr blockieren.
Gut
zum Wandern eignet sich auch der Görlitzer Park, das örtliche
Naherholungszentrum. Auf der großen Grünanlage wird ausgiebig
gegrillt, man sollte sich vorher satt essen, sonst läuft einem beim
Anblick von türkischen Familien, die gerade einen kompletten Hammel
auf dem Spieß über dem Lagerfeuer braten, das Wasser im Mund zusammen. Im
Park findet man auch eines der berühmten unvollendeten Berliner
Bauwerke, den Pamukkale-Brunnen - eine Nachbildung des türkischen
Kalkterrassen-Naturwunders. Leider sind viele Teile der Kopie
abgesperrt, weil der Brunnen allmählich zerbröselt. Die verwendeten
Steine sind leider nicht frostfrei und für eine aufwendige Renovierung
hat Berlin kein Geld.
Am
Ufer des Landwehrkanals findet man einige großzügige Spielplätze auf
denen sich die Kleinen austoben können und auch das "Gesamtkunstwerk
Lohmühle" an der Lohmühlenstraße ist einen Besuch wert. Ein von jeglicher
Baugenehmigung untangiertes Wagendorf auf dem ehemaligen Grenzstreifen
zwischen Kreuzberg und Treptow. Gegründet - also besetzt - 1993 und
damals ein echter Kulturschock für die alteingesessenen Treptower
Ostler, ist die Wagenburg inzwischen zum Kulturgut geworden. Der ehemalige Todesstreifen hat sich
zum Lebensstreifen entwickelt.
Von
der Oberbaumbrücke aus hat man einen hervorragenden Blick über
Ostberlin, und am rechten Spreeufer kann man noch einen Kilometer die
ehemalige Mauer entlangwandern, jetzt umbenannt in "East-Side-Gallery".
Der U-Bahnhof Schlesisches Tor ist einer der schönsten Bahnhöfe
Berlins, sehr alt und romantisch, umgeben von vielen Lokalen und
Imbissbuden.
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Der
Liegeplatz |
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Ein Touristendampfer passiert den Liegeplatz |
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Durch die Oberschleuse kommt man von der Spree in den
Landwehrkanal. Der Schleusenhub beträgt 40 Zentimeter. |
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Berlins schönste Brücke: Die Oberbaumbrücke |
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Blick von der Oberbaumbrücke über die Spree zum Fernsehturm |
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Der letzte größere
Mauerrest, die East Side Gallery |
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Lagerhallen des ehemaligen Görlitzer Bahnhofes. Heute zum
Partyzentrum umfunktioniert. |
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Der Pamukkale-Brunnen im Görlitzer Park. |
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Das Wagendorf Lohmühle |
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Der U-Bahnhof Schlesisches Tor |
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