Spirit of Berlin    
 
Öffentliche Liegeplätze in Berlin - Mitte
WEIDENDAMMER BRÜCKE
Spree-Oder-Wasserstraße Kilometer 16,1 / rechtes Ufer 
 

Hier haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie bleiben an Bord und lassen den Großstadtbetrieb an sich vorbeiziehen oder Sie steigen aus und begeben sich in denselben. Die zweite Möglichkeit ist empfehlenswerter, außer Sie sind süchtig danach, dass Ihnen alle paar Minuten von Hunderten von Menschen auf Touristenschiffen zugewunken wird. Der Liegeplatz ist in der Mite einer 3-Millionen-Stadt und so fühlt er sich auch an. Er ist ca. 30 Meter lang, wegen eines großen Stahlpollers in der Mitte ist er aber nur von drei normalen Booten nutzbar. In der Hochsaison werden Sie hier möglicherweise keinen Platz finden. Unter Wellenschlag müssen Sie nicht besonders leiden, die Ausflugsdampfer fahren ziemlich langsam.

Sie haben jede Menge Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung, die auch zu Fuß gut erreichbar sind. Wenn Sie einen drei- bis vierstündigen Spaziergang einplanen, können Sie die meisten touristischen Schwerpunkte abwandern. Radfahren in dieser Gegend sollten Sie besser den Einheimischen überlassen.

Einkaufen oder zum Essen gehen ist hier kein Problem, alles ist übervoll mit Läden aller Art. Die Preise allerdings sind gerne auf Touristenniveau.

Südlich der Spree kommen Sie in die renovierte und touristisch schwer überlaufene Abteilung des Stadtteils "Mitte", nördlich finden Sie eher noch den ursprünglichen DDR-Stil, bereichert um ein sehr aktives Nachtleben mit vielen Lokalen.

FRIEDRICHSTRASSE
Hier treffen Sie nur Touristen, der normale Berliner kommt kaum hierher, außer er arbeitet in einem der Geschäfte oder Büros. Läden gibt es hier wie Sand am Meer, sie sind aber meist von der etwas exklusiveren Sorte. Schließlich ist die Friedrichstraße nach dem Kurfürstendamm die zweitmondänste Einkaufsmeile in Berlin. Aber irgendjemand hat vergessen, ihr auch ein Berliner Flair zu geben und bemüht sich scheinbar verzweifelt, die Münchner Maximilianstraße nachzubauen. Dummerweise ist auch vergessen worden, nach der Wende hier Bäume anzupflanzen, die Straße ist - für Berliner Verhältnisse eher untypisch - eine Betonwüste, in der man von Autos und Touristenbussen verfolgt shoppen kann.
Geht man die Straße etwa 2 Kilometer Richtung Süden bis zur Kochstraße, so erreicht man den berühmten Checkpoint Charlie, dem früheren Grenzübergang für die Alliierten. Das einst dort stehende Wachhäuschen wurde abgerissen und später wieder nachgebaut. Inzwischen übernehmen Schauspielschüler die Rolle von Grenzpolizisten und lassen sich in Uniform fotografieren. Südlich der Kochstraße - im Kreuzberger Teil - ist die Friedrichstraße noch so öde, wie sie vor der Wende auch war.

UNTER DEN LINDEN
Wenn es Ihnen in der Friedrichstraße an Touristen gemangelt hat, dann sind Sie hier richtig. Mehr als im Abschnitt zwischen Friedrichstraße und Brandenburger Tor finden Sie auch am Kudamm nicht.

Zum BRANDENBURGER TOR muß man nicht viel sagen. Es ist weltberühmt, es ist entweder Ausgangspunkt oder Endpunkt von Demonstrationen, es ist Zentrum für Großveranstaltungen und Haltepunkt von Touristenbussen.

An sonstigen Sehenswürdigkeiten haben Sie noch:

Das ARD-Hauptstadtstudio, den Reichstag, den Potsdamer Platz, den Berliner Dom und den Palast der Republik - ein gutes Beispiel dafür, was der Berliner Senat mit sowieso nicht vorhandenem Geld anstellt. Erst wird eine aufwendige Asbestsanierung vorgenommen, nach deren Ende alles abgerissen werden soll.
Sie können auch das Bundeskanzleramt besichtigen, dem die Berliner angeblich den Kosenamen "Waschmaschine" gegeben haben. Behaupten jedenfalls Touristenführer, stimmen tut es nicht. Genau so wenig wie die Berliner zum Funkturm "Langer Lulatsch" sagen, zum Palast der Republik "Erichs Lampenladen" oder zum Fernsehturm "Telespargel". Alles Erfindung von Schreibern von Stadtführern. Der Berliner sagt zum Beispiel zum Luftbrückendenkmal am Tempelhofer Flughafen nicht wie ihm angedichtet wird "Hungerharke", sondern: "det Ding wo da vorm Flughafen steht".

Einen Besuch wert ist auch die Oranienburger Straße, die sich inzwischen zu einer der größten Kneipenstraßen Ost-Berlins entwickelt hat. Ansonsten finden Sie hier noch die jüdische Synagoge und abends jede Menge leichter Mädchen, die hier ihrem Gewerbe nachgehen. Am Ende der Oranienburger kommen Sie an den Hackeschen Markt mit seinen Tausenden von Restaurantsitzplätzen im Freien. Ebenfalls hier können Sie die berühmten Hackeschen Höfe besuchen, deren Hauptattraktion darin besteht, dass viele tausend anderer Menschen auch die Hackeschen Höfe besuchen. Ein paar teure Boutiquen gibt es in den Höfen auch, dazu ein Geschäft für DDR-Ampelmännchen und ein Kino.

 

 

 

 

Der Liegeplatz

 

Das ARD-Hauptstadtstudio mit Straßenlokal direkt am Spreeufer

 

Der Potsdamer Platz ist leicht zu finden. Einfach in die Luft schauen bis man den Sat1-Ballon entdeckt. Der Platz ist genau darunter.

 

Immer gut für eine Demonstration: Das Brandenburger Tor

 

Der berühmte Checkpoint Charlie. Um die Touristen zufrieden zu stellen, wird hier gerade probeweise die Mauer wieder aufgebaut.

 

Die Friedrichstraße

 

Schlange stehen vor dem Reichstag ist ein beliebter Touristensport

 

Die jüdische Synagoge in der Oranienburger Straße

 

Das Bundeskanzleramt am Spreebogen