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Platz für drei bis vier
Boote bietet die 35 Meter lange Liegestelle Plänterwald. Außer
den Pfosten zum Festmachen findet man auch einige Metallstreben, an
denen man sein Schiff für die Nacht diebstahlsicher fest ketten kann,
falls man es alleine lassen will.
100
Meter vom Liegeplatz entfernt lädt der Zenner-Biergarten zum Verweilen
ein. Ein Fast-Food-Lokal und mehrere Verkaufsstände stillen nicht nur
den Hunger der Menschen, sondern auch den der überaus Biergarten
geübten Vögel. Diese haben keinerlei Hemmungen sich mit an
den Tisch zu setzen und sich zu bedienen. Pommes mögen sie total gerne
und man muss schon gut auf sein Essen acht geben.
Abends öffnet im ersten
Stock die Diskothek "Eierschale" und beschallt das meist
gutbürgerliche Publikum mit täglich wechselnden, moderate Musik
spielenden Live-Bands.
Gruppen der etwas härteren Gangart treten im Insel-Kino auf, gleich am
Ende der Brücke zur Insel der Jugend. Aber hier gibt es auch
Leseabende und es werden Filme gezeigt.
Die etwa ein Hektar große Insel hat eine Freilichtbühne und einen
kleinen Badestrand. Nach einem 1896 im Klosterstil errichteten
Ausflugslokal hieß sie zunächst "Abtei-Insel". 1914 brannte das
Restaurant ab. 1919 wurde die Insel durch eine von zwei Türmen
flankierte Brücke mit dem benachbarten Treptower Park verbunden. 1949
wurden die Gebäude auf der Insel zu einem Jugendklubhaus umgebaut und
sie bekam ihren heutigen Namen. Vorher war sie als Treppbruchinsel,
Rohrinsel und Neu-Spreeland bekannt. Diese Namen erinnern daran, dass
die Insel künstlich aufgeschüttet wurde.
1984 wurde der Jugendclub "Pablo Neruda" eröffnet, der zu DDR-Zeiten
ein Anziehungspunkt der Jugendkultur wurde. Ob es nun die "Jungen
Naturforscher", die "Jungen Techniker" oder die "Jungen Pioniere"
waren, alle kamen auf die Insel, um Diskussionen zu führen oder den
"Rocksommer" zu veranstalten.
An warmen
Sommerwochenenden ist an dieser Liegestelle naturgemäß viel Betrieb, wer einen ruhigen
Platz zum Schlafen an Bord sucht, sollte hier lieber nicht festmachen.
Wer Berlin von oben sehen
will, kann in das Wasserflugzeug umsteigen, das gleich neben dem
Liegeplatz startet. Ein Preis von deutlich über 100 Euros pro Person
für einen halbstündigen Flug lässt einen aber kräftig in die Bordkasse
fassen.
Ein abenteuerliches Stück
Berliner Geschichte entdeckt man einige hundert Meter Spree aufwärts:
Den Spreepark. Gegründet 1969 wurde er der größte Berliner Vergnügungspark
- nach der Wende zahlte man einmal 25 Mark Eintritt und konnte dann
den ganzen Tag mit allem solange fahren wie man wollte - liegen seit
Ende 2001 nur noch seine Ruinen in der Landschaft. Der Betreiber Norbert
Witte hatte sich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nach Peru abgesetzt,
nicht ohne eine Ladung Fahrgeschäfte in Container verpackt mitzunehmen
und fünfzehn Millionen Euro Schulden zu hinterlassen, verteilt auf 140
Gläubiger. Für elf Millionen dieser Schulden bürgt allerdings das Land
Berlin, auf dessen Drängen Witte 1990 den Auftrag bekam, den
ehemaligen DDR-Kulturpark Plänterwald weiterzuführen. Besonders genau
schien der Senat aber nicht aufgepasst zu haben. 1981 saß Witte ein
Jahr in Untersuchungshaft, nachdem sein Karussell "Skylab" auf dem
Hamburger Dom umgestürzt war und dabei sieben Menschen ums Leben
kamen. Witte wurde verboten, weiter ein Unternehmen zu führen - kein
großes Problem, seit dem Unglück war seine Frau Geschäftsführerin von
Wittes Unternehmen.
Im November 2003 wurde Witte
von der Polizei gefasst, bei dem Versuch 181 Kilogramm Kokain nach
Deutschland zu schmuggeln - ironischerweise in einem Karussell
versteckt. "Der Fliegende Teppich" nannte sich das Fahrgeschäft, das
Witte 2001 nach Peru verbracht hatte. Angeblich sollte es nach Hamburg
zu einer Reparatur gebracht werden. Witte kam nach der Festnahme in
das
Haftkrankenhaus Moabit. Bei seiner Vorführung beim Haftrichter erlitt
er einen Herzinfarkt.
Es gab und gibt immer wieder
Versuche, neue Investoren für den Park zu finden, aber bis heute (Juli
2004) hat sich nichts getan.
Einen kleinen Ausflug wert
ist der Treptower Hafen. Gemütliche fünfzehn Minuten zu Fuß
Spree abwärts bringen einen zur Strandpromenade, der Anlegestelle für
Touristendampfer. Aber man sieht auch einige blumengeschmückte
Hausboote, und wer unbedingt ein Tonstudio braucht, wird auf dem
Schiff von "All Around Music" fündig.
Für romantische Wanderungen
bieten der Plänterwald und der Treptower Park - 1876 als Volkspark
angelegt - genügend Natur. An
Wochenenden wird man hier allerdings nicht alleine sein.
Sehr
romantisch auch der Karpfenteich, gleich neben dem sowjetischen
Ehrenmal gelegen. Liegewiesen und kleine Sandstrände laden zum
Entspannen ein. Man kann auch ruhig mal rein ins Wasser, wenn einem
nach Baden zumute ist. Die Berliner Seen sind in der Regel lange nicht
so schmutzig wie sie aussehen. Die Wasserqualität ist durchweg gut und
wird alle zwei Wochen überprüft. Vom See aus kann man auch die
Archenhold-Sternwarte sehen, deren Fernrohr mit 21 Metern das längste
der Welt ist.
Will man in die Stadt, fährt
man am besten mit dem Bus ab der Bulgarischen Straße. Zur in original
schmuckloser DDR-Romantik gehaltenen S-Bahn-Station Plänterwald braucht
man zu Fuß ca. zehn Minuten.
Einkaufsmöglichkeiten in der
Nähe gibt es nicht. Etwa zwanzig Minuten zu Fuß und einen Stadtplan
braucht es schon, bis man das örtliche Geschäftsviertel Elsenstraße
Ecke Am Treptower Park erreicht.
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