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Gemetzel & Weiberhelden
Die Bibelbücher Josua, Richter, Samuel und Könige sind im großen und ganzen
eine Beschreibung von Eroberungs- und Verteidigungskriegen, die das Volk der
Israeliten mit seinen Nachbarn führt.
Im Samuelbuch findet sich die berühmte Geschichte von David und Goliath.
König David, allseits bekannt durch viele Bilder auf denen er wagemutig dem
Riesen Goliath mit einer Steinschleuder den Garaus macht, war aber nicht nur
ein begnadeter Kämpfer, er war auch ein ausgesprochener Frauenheld, was
allerdings nicht so oft gemalt wurde. Er fackelte nicht lange rum, wenn es
galt, sich eine Frau zu besorgen, ob sie jetzt verheiratet war oder nicht.
2 Samuel 11,2 Als David einmal
zur Abendzeit von seinem Lager aufstand und auf dem Flachdach des
Königshauses hin und her ging, sah er von dort aus eine Frau, die badete.
Die Frau war sehr schön anzusehen. David schickte jemand hin und erkundigte
sich nach ihr. Man sagte ihm: Das ist Batseba, die Frau des Hethiters Uria.
Darauf schickte David Boten zu ihr und ließ sie holen; sie kam zu ihm, und
er schlief mit ihr - sie hatte sich gerade von ihrer Unreinheit gereinigt.
Dann kehrte sie in ihr Haus zurück. Die Frau war aber schwanger geworden und
schickte deshalb zu David und ließ ihm mitteilen: Ich bin schwanger.
Um Komplikationen mit dem Ehemann zu vermeiden, läßt David diesen an die
Front versetzen, wo er im Kampf fällt und heiratet anschließend die Frau.
Gott mißfällt diese ganze Aktion und er läßt zur Strafe das gemeinsame Kind
von David und Batseba sterben. Die beiden machen daraufhin ein neues und
nennen es Salomo. Dieser Salomo übertrumpft seinen Vater dann später - als
er auch König war - frauentechnisch auf der ganzen Linie:
2 Könige 11 König Salomo liebte
neben der Tochter des Pharao noch viele andere ausländische Frauen:
Moabiterinnen, Ammoniterinnen, Edomiterinnen, Sidonierinnen, Hetiterinnen.
Es waren Frauen aus den Völkern, von denen der Herr den Israeliten gesagt
hatte: Ihr dürft nicht zu ihnen gehen, und sie dürfen nicht zu euch kommen;
denn sie würden euer Herz ihren Göttern zuwenden. An diesen hing Salomo mit
Liebe. Er hatte siebenhundert fürstliche Frauen und dreihundert Nebenfrauen.
Sie machten sein Herz abtrünnig.
Obwohl in der Bibel steht: Ezechiel 18,20
Nur wer sündigt, soll sterben. Ein Sohn soll nicht die Schuld seines
Vaters tragen, war Jahwe so zornig, daß er beschloß, Salomos Sohn für
die Hurerei seines Vaters zu bestrafen:
1 Könige 11,34 Doch werde ich
ihm [Salomo] das Königtum nicht wegnehmen. Wegen meines Knechtes
David, den ich erwählt habe und der meine Befehle und Gebote befolgt hat,
- Davids Affaire mit Batseba schien Gott vergessen zu haben - lasse ich
ihm die Herrschaft, solange er lebt. Erst seinem Sohn werde ich das
Königreich nehmen.
Salomo war aber nicht der einzig frauensüchtige Sohn Davids, sein Bruder
Amnon war auch nicht schlecht drauf, er verliebte sich in seine
jungfräuliche Schwester Tamar und griff zu ausgefuchsten Tricks, um sie
rumzukriegen:
2 Samuel 13,6
Amnon legte sich also hin und stellte sich krank. Als der König kam, um
nach ihm zu sehen, sagte Amnon zum König: Meine Schwester Tamar möge doch zu
mir kommen; sie soll mir vor meinen Augen zwei Kuchen backen, und ich will
die Krankenkost aus ihrer Hand essen.
13,8 Tamar ging in das
Haus ihres Bruders Amnon, der im Bett lag.
13,10 Tamar nahm die
Kuchen, die sie zubereitet hatte, und brachte sie ihrem Bruder Amnon in die
Kammer. Als sie ihm aber die Kuchen zum Essen reichte, griff er nach ihr und
sagte zu ihr: Komm, leg dich zu mir, Schwester. Sie antwortete ihm: Nein,
mein Bruder, entehre mich nicht. So etwas tut man in Israel nicht. Begeh
keine solche Schandtat. 13,14
Doch Amnon wollte nicht auf sie hören, sondern packte sie und zwang
sie, mit ihm zu schlafen. Hinterher aber empfand Amnon eine sehr große
Abneigung gegen sie; ja, der Haß, mit dem er sie nun haßte, war größer als
die Liebe, mit der er sie geliebt hatte. Amnon sagte zu ihr: Steh auf und
geh weg. Sie erwiderte ihm: Nicht doch. Wenn du mich wegschickst, wäre das
ein noch größeres Unrecht, als das, das du mir schon angetan hast. Er aber
wollte nicht auf sie hören, sondern rief den jungen Mann, der in seinen
Diensten stand, und sagte: Bringt dieses Mädchen da von mir weg auf die
Straße hinaus, und schließt die Tür hinter ihr ab.
13,20 Von da an lebte
Tamar einsam im Hause ihres Bruders Abschalom.
13,22 Abschalom aber
redete nicht mehr mit Amnon, weder im guten, noch im bösen; er haßte Amnon,
weil dieser seine Schwester Tamar vergewaltigt hatte.
Abschalom ermordet später zur Strafe seinen Bruder Amnon, und muß sich
anschließend drei Jahre lang verstecken, weil sein Papa - König David -
deswegen sauer auf ihn war. Nachdem sich Davids Zorn gelegt hatte und
Abschalom wieder zuhause wohnte, inszenierte dieser einen Putsch gegen
seinen Vater. Dieser gelingt, König David muß fliehen, nur seine zehn
Nebenfrauen läßt er im Palast zurück, was er nicht hätte tun sollen, denn
Abschalom nützt diese Tatsache aus, um seinen Vater noch weiter zu
entwürdigen:
2 Samuel 16,22 Man errichtete
für Abschalom ein Zelt auf dem Dach, und Abschalom ging vor den Augen ganz
Israels zu den Nebenfrauen seines Vaters.
David schlägt den Putsch seines Sohnes - der in der Schlacht ums Leben kommt
- nieder, kehrt in sein Jerusalemer Anwesen zurück und zeigt seinen
treulosen zehn Nebenfrauen, wer wieder Herr im Hause ist:
2 Samuel 20,3
Als David in sein Haus nach Jerusalem zurückkehrte, nahm der König die
zehn Nebenfrauen, die er zurückgelassen hatte, um das Haus zu bewachen, und
ließ sie in Gewahrsam bringen. Er versorgte sie, ging aber nicht mehr zu
ihnen, und sie blieben bis zu ihrem Tod eingesperrt - schon zu Lebzeiten des
Mannes im Witwenstand.
Es wird auch von einer Frau berichtet, die sich lasziver Tricks bedient, um
an ihr Ziel zu kommen. Judit, eine hebräische Witwe, will ihre Heimatstadt
vor dem bösen assyrischen Feldherrn Holofernes retten. Sie dachte sich dazu
eine List aus.
Judit 10,3
Sie zog ihre Witwenkleider aus, wusch ihren Körper mit Wasser und salbte
sich mit einer wohlriechenden Salbe. Hierauf ordnete sie ihre Haare, setzte
ein Diadem auf und zog die Festkleider an, die sie zu Lebzeiten ihres Mannes
getragen hatte. Auch zog sie Sandalen an, legte ihre Fußspangen, Armbänder,
Fingerringe, Ohrgehänge und all ihren Schmuck an und machte sich schön, um
die Blicke aller Männer auf sich zu ziehen.
Derart herausgeputzt geht sie in das Lager des Holofernes und bewundert
diesen wegen seiner Weisheit und Tapferkeit. Geschmeichelt verknallt sich
Holofernes in Judit und lädt sie zu einer Feier ein.
Judit 12,15
Judit stand auf, legte ihr bestes Kleid und ihren ganzen Schmuck an.
Holofernes war über sie ganz außer sich vor Entzücken. Seine Leidenschaft
entbrannte, und er war begierig danach, mit ihr zusammenzusein. Denn seit er
sie gesehen hatte, lauerte er auf eine günstige Gelegenheit, um sie zu
verführen. Als Holofernes sie aufforderte: Trink doch und sei vergnügt mit
uns, erwiderte Judit: Gern will ich trinken, Herr, denn ich habe in meinem
ganzen Leben noch keine solche Ehre erfahren wie heute. Sie griff zu, aß und
trank vor seinen Augen, was ihre Dienerin zubereitet hatte. Holofernes wurde
ihretwegen immer fröhlicher und trank so viel Wein, wie er noch nie zuvor in
seinem Leben an einem einzigen Tag getrunken hatte.
Als es dann Nacht geworden war, brachen seine Diener eilig auf. Judit allein
blieb in dem Zelt zurück, wo Holofernes, vom Wein übermannt, vornüber auf
sein Lager gesunken war. Inzwischen hatte sich die ganze Gesellschaft
entfernt, und es befand sich kein Mensch mehr im Schlafgemach des Holofernes.
Judit ging zum zum Bettpfosten am Kopf des Holofernes und nahm von dort sein
Schwert herab. Sie ging ganz nahe zu seinem Lager hin, ergriff sein Haar und
sagte: Mach mich stark Herr, du Gott Israels. Und sie schlug zweimal mit
ihrer ganzen Kraft auf seinen Nacken und hieb ihm den Kopf ab. Kurz danach
ging sie hinaus und übergab den Kopf des Holofernes ihrer Dienerin, die ihn
in einen Sack steckte.
Daraufhin kehrt Judit mit dem Kopf in ihre Heimatstadt zurück und wird
als Heldin gefeiert.
Judit 16,25
Und niemand wagte mehr, die Israeliten zu beunruhigen, solange Judit
lebte, und auch noch lange Zeit nach ihrem Tod.
Im Buch Ester findet man ein Beispiel, wie mancher König mit seiner Frau
umging. König Artaxerxes gab ein Festmahl, es herrschte das damals übliche
Gelage, und am siebten Tag war er vom vielen Wein gut angeheitert. Er befahl
seinen Dienern, ihm die Königin Waschti zu bringen, eine Schönheit, die
allerdings keine Lust auf eine Party hatte:
Ester 1,12
Aber die Königin Waschti weigerte sich, dem Befehl des Königs, den die
Hofbeamten überbracht hatten, zu folgen und zu kommen. Da wurde der König
erbost, und es packte ihn großer Zorn.
Der König beschloß, ein Exempel zu statuieren, damit das Benehmen seiner
Königin nicht um sich griff:
Ester 1,17 Denn das Verhalten
der Königin wird allen Frauen bekannt werden, und sie werden die Achtung vor
ihren Ehemännern verlieren. Es möge ein unwiderruflicher königlicher Erlaß
ergehen: Waschti darf dem König Artaxerxes nicht mehr unter die Augen
treten. Er verleihe den Rang der Königin einer anderen, die würdiger ist als
sie. Wenn die Anordnung, die der König erläßt, in seinem ganzen großen Reich
bekannt wird, dann werden alle Frauen ihren Ehemännern, den vornehmsten wie
den geringsten, die gebührende Achtung erweisen.
Der König ließ sich also eine Ladung junger Mädchen bringen, um in einem
nächtlichen Testverfahren die würdige Nachfolgerin für seine Waschtli
auszuwählen. Den Zuschlag bekam Ester, die Tochter eines Judens namens
Mordechai. Daß sie Jüdin war, verschwieg sie ihrem neuen Ehegatten
allerdings.
Hamam, ein höherer Offizier des Königs, war dem Mordechai nicht gut gewogen
und wollte ihn umbringen, und zur Sicherheit das ganze jüdische Volk gleich
dazu. Er machte seinem König den Plan schmackhaft, alle Juden im Königreich
am 14. Tag des Monats Adar ermorden zu lassen, inklusive Frauen und Kindern.
Mordechai schleicht sich zu seiner Tochter in den Palast und bittet sie, auf
den König Einfluß zu nehmen, um dieses Gemetzel zu unterbinden. Dies gelingt
ihr, und der böse Hamam wird aufgehängt. Der König macht eine Kehrtwendung
um einhundertachtzig Grad und gibt einen Erlaß heraus, in dem er den Juden
gestatt, am 13. und 14. Tag - anstatt selbst ermordet zu werden - alle ihre
Gegner und Feinde abzuschlachten, wieder inklusive Frauen und Kindern. Die
Juden freuen sich über diesen königlichen Erlaß und killen 75.800 Menschen.
Sie halten ein Freudenfest ab und nennen es ‘Purimfest’. Es wird jedes Jahr
- auch heutzutage noch - gefeiert.
Im Makkabäerbuch findet man die Geschichte von den sieben Brüder, die sich
besonders als Gute-Nacht-Märchen für kleine Kinder eignet.
2 Makkabäer 7,1
Ein andermal geschah es, daß man sieben Brüder mit ihrer Mutter festnahm.
Der König wollte sie zwingen, entgegen dem göttlichen Gesetz Schweinefleisch
zu essen, und ließ sie darum mit Geißeln und Riemen peitschen. Einer von
ihnen ergriff für die andern das Wort und sagte: Was willst du uns fragen
und von uns wissen? Eher sterben wir, als daß wir die Gesetze unserer Väter
übertreten. Da wurde der König zornig und befahl, Pfannen und Kessel
heißzumachen.
Kaum waren sie heiß geworden, ließ er ihrem Sprecher die Zunge abschneiden,
ihm nach Skythenart die Kopfhaut abziehen und Nase, Ohren, Hände und Füße
stückweise abhacken. Dabei mußten die anderen Brüder und die Mutter
zuschauen. Den gräßlich Verstümmelten, der noch atmete, ließ er ans Feuer
bringen und in der Pfanne braten. Während sich der Dunst aus der Pfanne nach
allen Seiten verbreitete, sprachen sie und ihre Mutter einander Mut zu, in
edler Haltung zu sterben. Sie sagten: Gott der Herr schaut auf uns, und
gewiß hat er Erbarmen mit uns. Denn so hat es Mose klar gesagt in dem Lied,
in dem er öffentlich das Volk anklagte: Und er wird mit seinen Dienern
Erbarmen haben.
Als der erste der Brüder auf diese Weise gestorben war, führten sie den
zweiten zur Folterung. Sie zogen ihm die Kopfhaut samt den Haaren ab und
fragten ihn: Willst du essen, bevor wir dich Glied für Glied foltern? Er
antwortete in seiner Muttersprache: Nein! Deshalb wurde er genauso wie der
erste gefoltert. Als er in den letzten Zügen lag, sagte er: Du Unmensch! Du
nimmst uns dieses Leben; aber der König der Welt wird uns zu einem neuen,
ewigen Leben auferwecken, weil wir für seine Gesetze gestorben sind.
Nach ihm folterten sie den dritten. Als sie seine Zunge forderten, streckte
er sie sofort heraus und hielt mutig die Hände hin. Dabei sagte er gefaßt:
Vom Himmel habe ich sie bekommen, und wegen seiner Gesetze achte ich nicht
auf sie. Von ihm hoffe ich sie wiederzuerlangen. Sogar der König und seine
Leute staunten über den Mut des jungen Mannes, dem die Schmerzen nichts
bedeuteten.
Als er tot war, quälten und mißhandelten sie den vierten genauso, Dieser
sagte, als er dem Ende nah war: Gott hat uns die Hoffnung gegeben, daß er
uns wieder auferweckt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand
sterben. Für dich aber gibt es keine Auferstehung zum Leben.
In diesem Stil geht es noch einige Zeit weiter. Man sollte beim Vorlesen
allerdings beachten, daß das Abendessen nicht unbedingt ein
Schweineschnitzel war, das Kind könnte sonst dumme Fragen stellen. |
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1 - Die Herkunft der Bibel Kreative
Schriftsteller, die eine Mutter von fünf Söhnen kinderlos bleiben lassen
Kapitel 2 - Jahwe und seine Kinder Über einen
eifersüchtigen Anstifter zum Massenmord und seine dicken Nachfolger
Kapitel 3 - Von Noah bis Abraham Berichte über Vegetarier, Alkoholiker und Wichser
Kapitel 4 - Moses Ein stotternder Mörder macht sich auf die Reise
Kapitel 5 - Gemetzel und Weiberhelden Die
Verführungskünste des König David und seiner Söhne
Kapitel 6 - Weisheiten Wo Rockbands ihre Texte klauen
Kapitel 7 - Raumfahrer Berichte über Hubschrauber,
Raumstationen und seltsame Wesen
Kapitel 8 - Jesus Ein Lausbub haucht Sperlingen aus Lehm
Leben ein
Kapitel 9 - Weiber Biblische Sprüche über Frauen
Kapitel 10 - Wunder über Wunder Wasser oder Wein?
Kapitel 11 - Märtyrer & Heilige 1000 Tips, wie man sich quälen lassen kann
Kapitel 12 - Himmel und Hölle Ein Katastrophenbericht
über den Untergang der Welt
Kapitel 13 - Katholen und Evangelen Traubensaft statt Blut Christi
Kapitel 14 - Moroni Barfuß in einem amerikanischen
Schlafzimmer: Ein Engel des Herrn im Jahre 1823
Kapitel 15 - Gesalbte und andere Schafe Die Zeugen
Jehovas erobern die Welt und erben das Reich Gottes
Kapitel 16 - Lorbe(e)ren Der Heilige Geist in Österreich
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