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Von Noah bis Abraham
Nach überstandener Sintflut stellt Gott erst einmal die bisherige
vegetarische Ernährungsweise der Menschen um. Galt bisher:
Genesis 1,30 Allem, was sich auf
der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur
Nahrung, so spricht Gott nun:
Genesis 9,2 Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf
alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich
auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben.
Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen. Alles übergebe
ich euch wie die grünen Pflanzen. Nur Fleisch, in dem noch Blut ist, dürft
ihr nicht essen.
Was mit dieser Ernährungsumstellung bewirkt werden soll, wird nicht näher
ausgeführt. Auch halten sich später nicht alle daran, zum Beispiel der
Prophet Daniel.
Daniel 1,8
Daniel war entschlossen, sich nicht mit den Speisen und dem Wein der
königlichen Tafel unrein zu machen, und er bat den Oberkämmerer darum, sich
nicht unrein machen zu müssen. Gott ließ ihn beim Oberkämmerer Wohlwollen
und Nachsicht finden. Der Oberkämmerer sagte aber zu Daniel: Ich fürchte
mich vor meinem Herrn, dem König, der euch die Speisen und Getränke
zugewiesen hat; er könnte finden, daß ihr schlechter ausseht, als die
anderen jungen Leute eures Alters; dann wäre durch eure Schuld mein Kopf
beim König verwirkt. Da sagte Daniel zu dem Mann: Versuch es doch einmal
zehn Tage lang. Laß uns nur pflanzliche Nahrung zu essen und Wasser zu
trinken geben. Dann vergleiche unser Aussehen mit dem der jungen Leute, die
von den Speisen des Königs essen. Je nachdem, was du dann siehst, verfahr
weiter mit deinen Knechten. Der Aufseher nahm den Vorschlag an und machte
mit ihnen eine zehntägige Probe. Am Ende der zehn Tage sahen sie besser und
wohlgenährter aus als all die jungen Leute, die von der Speise des Königs
aßen. Da ließ der Aufseher ihre Speisen und auch den Wein, den sie trinken
sollten, beiseite und gab ihnen Pflanzenkost.
In ferner Zeit im Paradies, sollen der Bibel gemäß sogar die wilden Tiere
wieder zu Vegetariern werden: Jesaja 11,6
Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein.
Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und
Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frißt Stroh
wie das Rind.
So edel das auch alles klingen mag, man sollte sich davor hüten, einen
Menschen nur deswegen als gut einzustufen, weil er Vegetarier ist. Der
berühmteste Vegetarier aller Zeiten war schließlich Adolf Hitler.
Gott verspricht Noach auch, daß er in Zukunft auf dem Trockenen leben darf:
Genesis 9,11 Nie
wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben. Und er gibt ihm
einen Regenbogen als Zeichen des Bundes zwischen den Menschen und Gott:
Genesis 9,13 Meinen
Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein, zwischen mir
und der Erde. Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der
Bogen in den Wolken, dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir
und euch.
Noach dankt Gott damit, indem er sich erst einmal kräftig besäuft:
Genesis 9,20 Noach wurde der
erste Ackerbauer und pflanzte einen Weinberg. Er trank von dem Wein, wurde
davon betrunken und lag entblößt in seinem Zelt.
Und dieser Süffel war Gottes Augenstern. Nur
Genesis 6,8 Noach fand Gnade in
den Augen des Herrn, wurde über ihn geschrieben.
Noachs Sohn Ham Genesis 9,22 sah
die Blöße seines Vaters und erzählte davon seinen Brüdern. Diese nähern
sich ihrem Vater rückwärts, so daß sie sein Geschlechtsteil nicht sehen und
decken den Alten zu. Als Noach aus seinem Suff erwacht, verflucht er
allerdings nicht etwa seinen Sohn Ham, der ihm zwischen die Beine geguckt
hatte, sondern seinen Enkel Kanaan, der mit der ganzen Sache eigentlich
nichts zu tun hatte: Genesis 9,25
Verflucht sei Kanaan. Der niedrigste Knecht sei er seinen Brüdern.
Ob diese Ungerechtigkeit von Gott inspiriert war - der ja auch oft die
Falschen bestrafte - oder vom Restalkohol herrührte, ist nicht überliefert.
Wein schien damals eine Art Grundnahrungsmittel gewesen zu sein. Wie sollte
es auch anders sein, da in dieser kühlschranklosen Epoche bei dem
herrschenden Klima wohl so ziemlich jeder Saft in Kürze zu Wein vergor.
Daher wird in der Bibel nicht schlecht gebechert und Gott hat auch nicht
besonders viel dagegen. Zur Zeit einer Hungersnot spricht er:
Joel 2,19 Seht, ich sende euch
Korn, Wein und Öl, damit ihr euch daran sättigen könnt. Jahwe hätte ja
auch Mineralwasser schicken können, wenn er gewollt hätte, daß sein Volk
abstinent bleibt. Obwohl ihm später die Sauferei schon auch mal zuviel wird:
Hosea 4,11 Der Opferwein raubt
meinem Volk den Verstand.
Wie weltweit bekannt ist versorgte auch Jesus eine feuchtfröhliche
Gesellschaft, die alle Krüge leer gezecht hatte, mit genügend Wein, um
weitersaufen zu können. Trotz seinem Wasser-in-Wein-Verwandlungs-Wunder war
er einer der wenigen, der freiwillig zu Trinken aufgehört hat, allerdings
erst kurz vor seinem Tod: Markus 14,25
Amen, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks
trinken bis zu dem Tag, an dem ich von neuem davon trinke im Reich Gottes.
Wie man unschwer aus dieser Aussage erkennen kann, braucht man also
keine Angst zu haben, daß es nach dem Tod nichts mehr zu trinken gibt. Auch
im Paradies wird scheinbar gezecht, im Gegensatz zum Ausspruch des Paulus:
1 Korinther 6,10 ... keine
Trinker ... werden das Reich Gottes erben.
In einem Gleichnis wird sogar Gott persönlich unterstellt, daß er eine
Weinplantage hat: Der Heilige Geist ist wie Saft vom Weinstock des
Vaters.
Trinker, die eine Entschuldigung für ihr Verhalten suchen, werden in der
Bibel fündig:
Jesus Sirach 31,27
Was ist das für ein Leben, wenn man keinen Wein hat, der doch von Anfang
an zur Freude geschaffen wurde?
1 Timotheus 5,23
Trink nicht nur Wasser, sondern nimm auch etwas Wein, mit Rücksicht auf
deinen Magen und deine häufigen Krankheiten.
Sprichwörter 31,6 Gebt
berauschenden Trank dem, der zusammenbricht, und Wein denen, die im Herz
verbittert sind.
Noach lebte nach der Sintflut noch dreihundertfünfzig Jahre - also
wesentlich mehr als die erlaubten hundertzwanzig - und hinterließ eine Menge
von Söhnen, Enkeln und Urenkeln, die sich in verschiedene Stämme
aufspalteten. In Luditer, Aramiter, Lehabiter, Kasluhiter und noch viele
mehr. Diese Menschen sprachen alle den gleichen Dialekt und als Zeichen
ihrer Zusammengehörigkeit errichten sie in Babel einen großen Turm.
Genesis 11,4 Auf, bauen
wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel, und
machen wir uns damit einen Namen, dann werden wir uns nicht über die ganze
Erde zerstreuen. Soviel Zusammengehörigkeitsgefühl ist Gott aus nicht
ganz nachvollziehbaren Gründen zu suspekt und er schreitet ein:
Genesis 11, 6 Er sprach:
Seht nur, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie alle. Und das ist
erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein,
was sie sich auch vornehmen. Auf, steigen wir hinab, und verwirren wir dort
ihre Sprache, so daß keiner mehr die Sprache des anderen versteht. Der Herr
zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde.
Einem der Urururur-Enkel Noachs, dem Abraham, schenkt Gott ein eigenes Stück
Land in Kanaan, aber viel Freude hat Abraham nicht damit, da es sich um eine
ziemlich unfruchtbare Gegend handelt, in der bald eine Hungersnot ausbricht.
Abraham sieht sich deswegen gezwungen, in das wesentlich angenehmere Ägypten
auszuwandern. Er hat eine sehr schöne Frau namens Sara und aus Angst davor,
daß ihn die Ägypter umbringen würden um seine Frau zu bekommen, gibt er sie
als seine Schwester aus. Der Pharao behandelt Abraham gut und holt dessen
angebliche Schwester an seinen Hof. Gott bestraft sofort den Falschen:
Genesis 12,17 Als aber der Herr
wegen Sara, der Frau Abrahams, den Pharao und sein Haus mit schweren Plagen
schlug, ließ der Pharao Abraham rufen und sagte: Was hast du mir da angetan?
Warum hast du mir nicht gesagt, daß sie deine Frau ist? Warum hast du
behauptet, sie sei deine Schwester, so daß ich sie mir zur Frau nahm? Nun,
da hast du deine Frau wieder, nimm sie und geh.
Abraham, der kein armer Mensch gewesen zu sein scheint -
Genesis 13,2 Er hatte einen sehr
ansehlichen Besitz an Vieh, Silber und Gold - kehrt wieder zurück in
seine Heimat.
Gott verspricht dem kinderlosen Ehepaar jede Menge Nachkommen, teilt ihm
aber auch mit, daß diese als Sklaven in einem fremden Land wohnen werden,
und daß man sie vierhundert Jahre lang hart behandeln werde. Abrahams Frau
Sara glaubt nicht so recht an die Prophezeiung Gottes und schickt ihren Mann
zum Kindermachen zu einer Sklavin, weil sie sich selber für unfruchtbar
hält.
Genesis 16,1
Sara, Abrahams Frau, hatte ihm keine Kinder geboren. Sie hatte aber eine
ägyptische Magd namens Hagar. Sara sagte zu Abraham: Der Herr hat mir Kinder
versagt. Geh zu meiner Magd. Vielleicht komme ich durch sie zu einem Sohn.
Abram hörte auf sie. 16,4
Er ging zu Hagar und sie wurde schwanger.
16,15 Hagar gebar dem
Abram einen Sohn und Abram nannte den Sohn Ismael.
21,20 Gott war mit dem
Knaben. Er wuchs heran, ließ sich in der Wüste nieder und wurde ein
Bogenschütze.
Die amerikanische Erfindung der ‘Leihmutter’ ist also durchaus nichts Neues.
Schon im alten Testament wird von derartigen Praktiken berichtet, die auch
Gottes Zustimmung fanden. Allerdings gab es damals noch keine künstlichen
Befruchtungen, man war also gezwungen, sich der herkömmlichen Methode zu
bedienen.
Ein weiterer Fall dieser Art wird später von Rahel und Jakob überliefert.
Genesis 30,1
Als Rahel sah, daß sie Jakob keine Kinder gebar, wurde sie eifersüchtig
auf ihre Schwester. Sie sagte zu Jakob: Verschaff mir Söhne! Wenn nicht,
sterbe ich. Da wurde Jakob zornig auf Rahel und sagte: Nehme ich etwa die
Stelle Gottes ein, der dir die Leibesfrucht versagt? Sie antwortete: Da ist
meine Magd Bilha. Geh zu ihr! Sie soll auf meine Knie gebären, dann komme
auch ich durch sie zu Kindern. Sie gab ihm also ihre Magd Bilha zur Frau,
und Jakob ging zu ihr. Bilha wurde schwanger und gebar Jakob einen Sohn.
Rahel sagte: Gott hat mir Recht verschafft, er hat auch meine Stimme gehört
und mir einen Sohn geschenkt. Bilha, Rahels Magd, wurde abermals schwanger
und gebar Jakob einen zweiten Sohn.
Beide Fälle haben gemeinsam, daß die Frau kein Kind bekommen kann. Was man
tun soll, wenn der Mann nicht mehr kann, oder falls überhaupt keiner da ist,
auch darüber gibt die Bibel Auskunft.
Genesis 19,30
Lot zog von Zoar weiter hinauf und ließ sich mit seinen beiden Töchtern
im Gebirge nieder. Eines Tages sagte die Ältere zur Jüngeren: Unser Vater
wird alt, und einen Mann, der mit uns verkehrt, wie es in aller Welt üblich
ist, gibt es nicht. Komm, geben wir unserem Vater Wein zu trinken und legen
wir uns zu ihm, damit wir von unserem Vater Kinder bekommen. Sie gaben also
ihrem Vater am Abend Wein zu trinken; dann kam die Ältere und legte sich zu
ihrem Vater. Er merkte nicht, wie sie sich hinlegte und wie sie aufstand. Am
anderen Tag sagte die Ältere zur Jüngeren: Ich habe gestern bei meinem Vater
gelegen. Geben wir ihm auch heute abend Wein zu trinken, dann geh und leg du
dich zu ihm. So werden wir von unserem Vater Kinder bekommen. Sie gaben
ihrem Vater also auch an jenem Abend Wein zu trinken; dann legte sich die
Jüngere zu ihm. Er merkte nicht, wie sie sich hinlegte und wie sie aufstand.
Beide Töchter Lots wurden von ihrem Vater schwanger. Die Ältere gebar einen
Sohn und nannte ihn Moab. Er gilt als Stammvater der Moabiter bis heute.
Auch die Jüngere gebar einen Sohn und nannte ihn Ben-Ammi. Er gilt als
Stammvater der Ammoniter bis heute.
Was Lot von den Nächten mit seinen Töchtern hielt, ist leider nicht
überliefert, wahrscheinlich war er dermaßen besoffen, daß er einen Filmriß
hatte. Wenn er nicht einmal seinen eigenen Orgasmus mitbekam...
Abrahams Nacht mit der Magd war überflüssig, da ihm Gott später auch ein
Kind von seiner Frau schenkt.
Genesis 18,10
Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird
deine Frau Sara einen Sohn haben. Sara erging es aber längst nicht mehr, wie
es Frauen zu ergehen pflegt. Sie lachte daher still in sich hinein und
dachte: Ich bin doch schon alt und verbraucht und soll noch das Glück der
Liebe erfahren?
Aber es geschah tatsächlich: Genesis 21,1
Der Herr nahm sich Saras an, wie er gesagt hatte, und er tat Sara
so, wie er versprochen hatte. Sara wurde schwanger und gebar dem Abraham
noch in seinem Alter einen Sohn. Abraham nannte den Sohn Isaak.
Gott verspricht, Abraham zum Stammvater seines Volkes zu machen und ihm
zahlreiche Nachkommen zu schenken, mit denen er einen Bund schließt:
Genesis 17,7 Ich schließe meinen
Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation,
einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein.
Allerdings denkt sich Gott ein etwas seltsames Zeichen aus, um diesen Bund
auch äußerlich zu dokumentieren:
Genesis 17, 9
Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine
Nachkommen, Generation um Generation. Das ist mein Bund zwischen mir und
euch, samt deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist
unter euch, muß beschnitten werden. Am Fleisch eurer Vorhaut müßt ihr euch
beschneiden lassen. Das soll geschehen zum Zeichen des Bundes zwischen mir
und euch. Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt
sind, beschnitten werden in jeder eurer Generationen, seien sie im Haus
geboren oder um Geld von irgendeinem Fremden erworben, der nicht von dir
abstammt. Beschnitten muß sein der in deinem Haus geborene und der um Geld
erworbene. So soll mein Bund, dessen Zeichen ihr an eurem Fleisch tragt, ein
ewiger Bund sein. Ein Unbeschnittener, eine männliche Person, die am Fleisch
ihrer Vorhaut nicht beschnitten ist, soll aus ihrem Stammesverband
ausgemerzt werden. Er hat meinen Bund gebrochen.
Mag die Kontrolle, ob jemand zum Bund Gottes gehört, nicht etwas befremdlich
ausgefallen sein? Man stelle sich diese heutzutage am Eingang einer
israelischen Synagoge vor. Jeder, der sie betreten will, muß erst sein
Geschlechtsteil vorzeigen. Warum hat Gott eine so komplizierte und auch
schmerzhafte Prozedur gewählt, wo eigentlich eine sichtbare Tätowierung -
zum Beispiel auf der Stirn - viel bequemer gewesen wäre? Auch hat Gott nicht
damit gerechnet, daß die Menschen ziemlich bald in der Lage waren, die
abgeschnittene Vorhaut irgendwie wieder anzunähen.
1 Makkabäer 1,15 ... und ließen
bei sich die Beschneidung rückgängig machen.
Welches Bundeszeichen Gott für Frauen eingesetzt hat, ist nicht überliefert,
manche Völker schneiden bis heute noch ihren kleinen Mädchen die Klitoris
ab, anstatt der Vorhaut. Aber auch dieses Bundeszeichen dürfte nicht ohne
gewisse peinliche Szenen zu kontrollieren sein.
Nun mag man sagen: Gut, das ist alles lange her und war in in Israel und
überhaupt gilt das ja alles nicht mehr, es steht ja bloß im Alten Testament.
Falls man evangelisch ist, dann kann man auch so argumentieren, für
Evangelen ist der alte Bund Gottes mit Noach hinfällig, seitdem Jesus einen
neuen Bund geschlossen hat. Nicht dagegen für Katholiken, in Absatz 58 des
vom Papst herausgegebenen Katechismus kann man lesen: Der Bund mit Noach
bleibt so lange in Kraft, wie die Zeit der Völker dauert, bis zur
Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt. Noch deutlicher wird es
in Absatz 71: Gott schloß mit Noach einen ewigen Bund, einen Bund
zwischen sich und allen lebenden Wesen. Solange die Welt dauert, dauert auch
dieser Bund.
Da hilft kein Deuteln, der Katechismus ist nicht veraltet, sondern aus dem
Jahr 1993 und gilt für Katholiken, daher auch der Bund Gottes und jeder
Katholik, der nicht beschnitten ist, müßte eigentlich ausgemerzt werden. Und
streng genommen auch jeder Evangele, denn die Behauptung dieser Kirche,
Jahwes alter Bund wäre von Jesus abgeschafft worden, paßt nicht zu dessen
Aussage aus der Bergpredigt: Matthäus 5,17
Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten
aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der
kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen
entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein.
Jesus selber war dem Gesetz Jahwes entsprechend beschnitten:
Lukas 2,21 Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten
werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus ...
Seine Vorhaut wurde nicht etwa weggeworfen, sondern tauchte im Jahr 1112
in Antwerpen auf. Nach einem feierlichen Einzug in die dortige Frauenkirche
sah der Bischof von Cambray drei Blutstropfen von ihr fallen. Mit einer
Kapelle und einem Marmoraltar geehrt blieb die Vorhaut in Antwerpen, bis sie
beim Bildersturm von 1566 verschwand. Seltsamerweise tauchte im 14.
Jahrhundert in Rom eine zweite Vorhaut von Jesus auf, für deren Echtheit
sich die Heilige Birgitta verbürgte.
Nachdem sich Gott die Mühe gemacht hatte, dem alten Abraham und seiner Frau
Sara noch ein eigenes Kind zu verschaffen, verlangt er von Abraham, dieses
umzubringen: Genesis 22, 2 Gott
sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das
Land Morija, und bring ihn dort auf einen der Berge, den ich dir nenne, als
Brandopfer dar.
Gerade als Abraham das Messer erhebt um seinen Sohn abzustechen, greift
ein Engel Gottes ein und verhindert die Tat.
Nachdem Abraham noch eine ganze Reihe weiterer Kinder gezeugt hat, stirbt er
im Alter von hundertfünfundsiebzig Jahren. Einer seiner Ur-Urenkel erlangte
eine fast schon schändliche Berühmtheit: Onan. Nach ihm wurde die
Selbstbefriedigung benannt. Und dies kam so:
Onan hatte einen Bruder namens Er. Er - also der mit dem Namen ‘Er’ -
heiratete, starb aber kurz danach, woraufhin Onans Vater Juda folgendes
anregte: Genesis 38,8 Da sagte
Juda zu Onan: Geh mit der Frau deines Bruders die Schwagerehe ein, und
verschaffe deinem Bruder Nachkommen. Onan wußte also, daß die Nachkommen
nicht ihm gehören würden. Sooft er zur Frau seines Bruders ging, ließ er den
Samen zur Erde fallen und verderben, um seinem Bruder Nachkommen
vorzuenthalten. Was er tat mißfiel dem Herrn und so ließ er auch ihn
sterben.
Zur Onanie im streng biblischen Sinn gehören also eigentlich Mann und Frau.
Es genügt in keinster Weise, mit einem Pornoheftchen in der Hand vor sich
hin zu rubbeln. Was Onan da gemacht hat, klingt mehr nach einem Coitus
interruptus. Daß onanieren für Frauen auch verboten wäre, davon wird in der
Bibel nichts gesagt, wenn auch der Papst in seiner Verdammung der Onanie
keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen macht: Tatsache ist, daß
sowohl das kirchliche Lehramt ... als auch das sittliche Empfinden der
Gläubigen niemals gezögert haben, die Masturbation als eine in sich schwere
ordnungswidrige Handlung zu brandmarken, weil der frei gewollte Gebrauch der
Geschlechtskraft, aus welchem Motiv er auch immer geschieht, außerhalb der
normalen ehelichen Beziehungen seiner Zielsetzung wesentlich widerspricht. |
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1 - Die Herkunft der Bibel Kreative
Schriftsteller, die eine Mutter von fünf Söhnen kinderlos bleiben lassen
Kapitel 2 - Jahwe und seine Kinder Über einen
eifersüchtigen Anstifter zum Massenmord und seine dicken Nachfolger
Kapitel 3 - Von Noah bis Abraham Berichte über Vegetarier, Alkoholiker und Wichser
Kapitel 4 - Moses Ein stotternder Mörder macht sich auf die Reise
Kapitel 5 - Gemetzel und Weiberhelden Die
Verführungskünste des König David und seiner Söhne
Kapitel 6 - Weisheiten Wo Rockbands ihre Texte klauen
Kapitel 7 - Raumfahrer Berichte über Hubschrauber,
Raumstationen und seltsame Wesen
Kapitel 8 - Jesus Ein Lausbub haucht Sperlingen aus Lehm
Leben ein
Kapitel 9 - Weiber Biblische Sprüche über Frauen
Kapitel 10 - Wunder über Wunder Wasser oder Wein?
Kapitel 11 - Märtyrer & Heilige 1000 Tips, wie man sich quälen lassen kann
Kapitel 12 - Himmel und Hölle Ein Katastrophenbericht
über den Untergang der Welt
Kapitel 13 - Katholen und Evangelen Traubensaft statt Blut Christi
Kapitel 14 - Moroni Barfuß in einem amerikanischen
Schlafzimmer: Ein Engel des Herrn im Jahre 1823
Kapitel 15 - Gesalbte und andere Schafe Die Zeugen
Jehovas erobern die Welt und erben das Reich Gottes
Kapitel 16 - Lorbe(e)ren Der Heilige Geist in Österreich
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