|
|
|
Jahwe und seine Kinder
Fast jeder weiß es: Die Bibel handelt von Gott. Aber wer oder was ist das eigentlich? Der alte Herr mit Bart, gütig
auf einer Wolke sitzend, wohlwollend und gnädig auf seine menschliche Herde herabblickend?
Erforschen wir die Bibel zu diesem Thema. Als erstes stellen wir fest, daß Gott, wie wir auch, einen Namen hat.
Manche Zeitgenossen streiten sich allerdings bis aufs Blut, wie der wirkliche Name Gottes lautete. Dabei ist es so
einfach: In der hebräischen Fassung heißt er JHWH. Dieser zugegebenermaßen etwas kompliziert auszusprechende Name kommt daher, daß das alte Hebräisch eine reine Konsonantenschrift ist, bei der es keine Vokale gibt. Wo die Mitlaute standen,
und welche es waren, bleibt der Phantasie jedes einzelnen überlassen, da es leider keine Tonaufnahmen aus altbiblischer Zeit gibt. Bei den christlichen Kirchen heißt Gott “Jahwe”, während die Zeugen Jehovas auf “Jehova” beharren, was
allerdings nicht ihre eigene Erfindung ist, diese Schreibweise findet sich schon in alten katholischen Bibeln. Jehova heißt er allerdings nur in wenigen Ländern, je nach Nationalität nennen sie ihn Geova, Jehowy, Ieova, Giê-hô-va, Yehuwa,
Siohwa, Yakuwa, Zeova, aber auf keinen Fall “Jahwe”. Dabei ist der Streit um Gottes Namen müßig - man könnte JHWH genausogut als “Jihuwohö” lesen. Keiner kann beweisen, daß es nicht so ausgesprochen wurde. In manchen Bibelübersetzungen
findet sich stellenweise auch der Name “Zebaoth” für Gott. Der ursprüngliche Name Gottes soll “Jah” gewesen sein, was angeblich aus dem Wort Hallelu-Jah (auf deutsch “preist Jahwe”) hervorgehen soll.
Aus moderneren Bibelübersetzungen ist der Name “Jahwe” seltsamerweise ganz verschwunden, man kann dort nur noch in
den Anmerkungen - die aber meist niemand liest - erfahren: “Der Gott Israels trägt einen Eigennamen, den diese Übersetzung nach altem Brauch durch ‘Herr’ wiedergibt.”
Auch wenn im Katechismus festgestellt wird, daß man den Namen des Herrn zu achten hat, und der geoffenbarte Name
Gottes eine einzigartige Stellung einnimmt, sprechen Katholiken ihren Gott nur höchst selten als “Jahwe” an, während sie keinerlei Hemmungen haben, seinen Sohn mit dem Vornamen anzureden. Auch spricht jedermann den Papst mit “Sie” oder
“Euer Hochwürden” an, seinen Chef hingegen duzen sie hemmungslos.”
Wo in unseren Übersetzungen “Gott”, “Gott, der Herr” oder “der Herr” zu lesen ist, steht im hebräischen Original
meist das Wort “Elohim”, was in etwa “die Mächtigen” bedeutet. Die Endung “-im” ist eine hebräische Pluralform. Und einer dieser “Mächtigen” nannte sich wohl JHWH, manchmal auch IHVH geschrieben.
Es gibt allerdings eine Stelle in der Bibel, da wird Gottes Name völlig anders beschrieben: Exodus 3,13 Da sagte Mose zu Gott: Gut,
ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen? Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der “Ich-bin-da”. Und er
fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der “Ich-bin-da” hat mich zu euch gesandt. Warum “Ich-bin-da” von den Christen nicht angebetet wird, weiß man nicht.
Bei den Mohammedanern heißt Gott Allah, während es im Hinduismus, Buddhismus,
Schintoismus, bei den alten Griechen und den Römern nicht mehr so einfach
ist, da es in manchen dieser Religionen mehrere tausend Götter gibt: Aditi, Agni, Brahma, Buddha, Vischnu, Kali, Ganescha, Ganga, Hanuman, Krischna,
Lakschmi, Manasa, Manu, Mitra, Parwati, Jupiter, Hera, Zeus, Apollo, Merkur, Rama, Saraswati, Schiva, Izanagi, Amaterasu. Man stelle sich vor, die dortigen Menschen würden sich auch noch darum streiten, wie man jetzt genau jeden einzelnen
von diesen Göttern ausspricht. Vielleicht hat sich Allah irgendwann mal “Ich-bin-auch-da” genannt. Und Vishnu vielleicht “Ich-war-zuerst-da”. Möglicherweise kommt noch der Tag, an dem sich alle Götter zusammentun und sich
“Wir-sind-da-und-jetzt-hört-mal-zu” nennen.
Die Vorstellung von einem alles verzeihenden, gütigen Gott kann kaum aus dem Alten Testament stammen. Der dort
beschriebene Jahwe bzw. Jehova erscheint ziemlich unsympathisch, ganz im Gegensatz zur Meinung des Papstes, der in seinem Katechismus in Absatz 1 schreibt: Gott ist in sich unendlich vollkommen und glücklich.
In der Bibel dagegen steht: Nahum 1,2 Ein eifernder und rächender Gott
ist der Herr. Der Herr übt Rache und ist voll Zorn. Deuteronomium 6,14 Ihr sollt nicht anderen Göttern nachfolgen, keinem Gott eines Volkes, das in eurer Nachbarschaft wohnt. Denn der Herr,
dein Gott, ist als eifersüchtiger Gott in deiner Mitte. Im Verlauf der biblischen Geschichte regt sich Gott über seine Israeliten auf: Hosea 13,6 Als sie satt waren wurde ihr Herz
überheblich, darum vergaßen sie mich. Deshalb wurde ich für sie zu einem Löwen, wie ein Panther lauere ich am Weg. Ich falle sie an wie eine Bärin, der man die Jungen geraubt hat, und zerreiße ihnen die Brust und das Herz. Die Hunde
fressen sie dann, und die wilden Tiere zerfleischen sie. Ich vernichte dich, Israel.
Obwohl Gott von sich selber manchmal eine andere Meinung hat - Exodus 34,6 Der
Herr ... rief: Jahwe ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue - ist er mitunter reichlich nachtragend und bestraft Leute die überhaupt nichts dafür können, für die Sünden anderer: Exodus 34,7 Er läßt Sünder nicht ungestraft, er verfolgt die Schuld der Väter an den Söhnen und Enkeln, an der dritten und vierten Generation.
Ganz auf dieser Linie liegt auch das erste Gebot, das heutzutage simpel als: Du sollst keine anderen Götter
neben mir haben bekannt ist. In seiner vollen Version lautet das von Gott dem Moses gegebene Gebot: Exodus 20,2 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. Du sollst
dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn
ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise
ich Tausenden meine Huld. Nicht allen, wohlgemerkt, nur Tausenden.
Gegen kein Gebot Gottes wird wohl von den christlichen Kirchen so oft und nachhaltig verstoßen, wie gegen die
Anordnung, sich kein Gottesbild machen zu sollen. Trotz dem siebten ökumenischen Konzil (Nizäa 787), bei dem die katholische Kirche beschlossen hat, eine Darstellung von Christus auf heiligen Bildern sei berechtigt, ist eine Darstellung
von Jesus am Kreuz der katholischen Kirche nach diesem Gebot eigentlich streng untersagt, da Jesus nach der Dreifaltigkeitslehre ein Drittel von Gott ist. Dies wird aus dem Ersten Brief des Johannes hergeleitet: 5,7 Drei sind es, die Zeugnis ablegen: der Geist, das Wasser und das Blut, und diese drei sind eins. Da diese Passage etwas dürftig war, um daraus eine Dreieinigkeit herzuleiten, wurde sie im dritten
Jahrhundert von kreativen Übersetzern erweitert: Denn drei sind es, die Zeugnis geben im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins. Seit 1927 ist es Katholiken aber erlaubt, nicht mehr an diese Zeilen zu glauben, da sich herausgestellt hat, daß sie nur in lateinischen Bibelübersetzungen vorkommen. In den alten griechischen Texten ist davon nichts zu finden, in den Bibelübersetzungen unserer Zeit zum Glück auch nichts mehr.
Nach wie vor muß man sich schon sehr anstrengen, um an die göttliche Dreifaltigkeit zu glauben, sogar der
katholischen Kirche fällt es nicht leicht: Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit ist das zentrale Geheimnis des christlichen Glaubens und Lebens. [Gottes] innerstes Wesen als heilige Dreifaltigkeit stellt ein Geheimnis dar, das
der Vernunft nicht zugänglich ist... Wir bekennen nicht drei Götter, sondern einen einzigen Gott in drei Personen. Der Vater ist dasselbe wie der Sohn, der Sohn dasselbe wie der Vater, der Vater und der Sohn dasselbe wie der Heilige Geist,
nämlich von Natur ein Gott. Allerdings heißt es bereits im nächsten Absatz des Katechismus: Der Vater ist nicht derselbe wie der Sohn, noch ist der Sohn derselbe wie der Vater, noch ist der Heilige Geist derselbe wie der Vater
oder der Sohn. Wahrlich ein Mysterium.
Kaum jemand hat dieses Mysterium so kurz und bündig beschrieben wie der Münchner Schriftsteller Herbert
Rosendorfer, der in seinem Roman “Briefe in die chinesische Vergangenheit”
seinen Helden Kao-tai die christliche Religion folgendermaßen schildern läßt: Die Religion ist übrigens merkwürdig. Sie hat starke Züge von Aberglauben und ähnelt
in gewisser Weise dem Buddhismus. Die Großnasen glauben, daß einmal ein Gott auf die Erde gekommen sei. Dieser Gott habe dreiunddreißig Jahre auf der Erde gelebt, habe gelehrt und einen Moralkodex hinterlassen und sei dann von den Menschen
hingerichtet worden. Eine groteske Vorstellung. Der Gott sei dann wieder auferstanden und in den Himmel aufgefahren, wo er sich in drei Götter aufgefächert habe. Auch seine Mutter habe er mitgenommen, dafür auf Erden einen Stellvertreter
in Form eines Oberpriesters zurückgelassen.
Das Alte Testament ist oft nicht sehr heilig und erbaulich, sondern liest sich stellenweise in etwa wie “De bello
gallico” von Julius Cäsar. Es ist oftmals eine Abfolge von Gemetzeln, Morden und Kriegen, viele davon von Gott persönlich in Auftrag gegeben. Wenn er sich so etwas heutzutage erlauben würde - man würde ihn umgehend vor das
Kriegsverbrechertribunal in Den Haag stellen, vor allem, da er seinem Volk des öfteren den Auftrag gibt, auch Frauen und Kinder zu ermorden. Den Killer-Rekord hält ein Engel des Herrn, der in einer nächtlichen Soloattacke 185.000 Leute
abmurkst: 2 Könige 19,35 In jener Nacht zog der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer hundertfünfundachtzigtausend Mann. Als man am nächsten Morgen aufstand, fand man sie
alle als Leichen. Woher der Engel die materiellen Fähigkeiten und die Zeit nahm, dies zu tun bleibt ein Mysterium, denn die Kirche lehrt: Die Engel sind geistige Geschöpfe, die Gott unablässig verherrlichen.
Sogar den Bibelschreibern wurde das andauernde Schlachten manchmal zuviel, so daß sich mancher genötigt sah, eine
kurze Erklärung für Gottes brutales Verhalten einzuschieben: 2 Makkabäer 6,12 An dieser Stelle möchte ich die Leser des Buches ermahnen, sich durch die schlimmen Ereignisse nicht entmutigen zu lassen. Sie mögen bedenken, daß
die Strafen unser Volk nicht vernichten, sondern erziehen sollen. Denn wenn die Sünder nicht lange geschont, sondern sofort bestraft werden, ist das ein Zeichen großer Güte. Bei den anderen Völkern wartet der Herr geduldig, bis das Maß
ihrer Sünden voll ist; dann erst schlägt er zu. Mit uns aber beschloß er, anders zu verfahren, damit er uns nicht am Ende verurteilen müsse, wenn wir es mit unseren Sünden bis zum Äußersten getrieben hätten. Daher entzieht er uns nie sein
Erbarmen, sondern er erzieht sein Volk durch Unglück und läßt es nicht im Stich.
Und später wird gesagt: Hebräer 12,5 Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn, verzage nicht, wenn er dich zurechtweist. Denn
wen der Herr liebt, den züchtigt er, er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat. Sprichwörter 3,11 Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn, widersetz dich nicht, wenn
er dich zurechtweist. Wen der Herr liebt, den züchtigt er, wie ein Vater seinen Sohn, den er gern hat. Diese Erziehungsmethoden soll man laut Bibel nicht nur Gott überlassen, sondern auch auf seine eigenen (männlichen) Kinder
anwenden: Jesus Sirach 30,1/2 Wer seinen Sohn liebt, hält den Stock für ihn bereit, damit er später Freude erleben kann. Wer seinen Sohn in Zucht hält, wird Freude an ihm haben und kann sich bei
Bekannten seiner rühmen. Daß man Töchter auch verprügeln soll wird in der Bibel nicht vorgeschrieben.
Vollkommen unverständlich wird Gottes Gebahren, als er wieder einmal sauer auf seine Israeliten ist und König David
den Auftrag gibt, zur Strafe eine Volkszählung durchzuführen. Als diese erfolgt ist, wird Gott ärgerlich auf David, weil er die Zählung vorgenommen hat. 2 Samuel 24,1 Der Zorn des Herrn entbrannte nocheinmal gegen Israel, und er reizte David gegen das Volk auf und sagte: Geh, zähl Israel und Juda.
David läßt daraufhin eine Volkszählung durchführen, bekommt aber bald Gewissensbisse. 2 Samuel 24,10 Dann aber schlug David das Gewissen, weil er das Volk gezählt hatte, und er sagte zum Herrn: Ich habe schwer gesündigt, weil ich das getan habe.
Er bekommt drei Strafvorschläge von Gott zur Auswahl: 2 Samuel 24,12 So spricht der Herr:
Dreierlei lege ich dir vor. Wähl dir eins davon. Das werde ich dir antun. Was soll über dich kommen? Sieben Jahre Hungersnot in deinem Land? Oder drei Monate, in denen dich deine Feinde verfolgen und du vor ihnen fliehen mußt? Oder soll
drei Tage lang die Pest in deinem Land wüten? David entscheidet sich für die Pest und 2 Samuel 24, 15 da ließ der Herr über Israel eine Pest kommen. Sie dauerte von jenem
Morgen an bis zu dem festgesetzten Zeitpunkt, und es starben siebzigtausend Menschen im Volk. Warum Gott so viele Menschen dafür bestraft, daß sie sich von ihrem König haben zählen lassen, ist nicht sehr einleuchtend. Man sollte
vorsichtig sein und nachdrücklich protestieren, falls unsere Bundesregierung wieder mal eine Volkszählung durchführen will.
Gott schien manchmal auch über Lügen nicht erhaben zu sein, zu Adam sprach er zum Beispiel: Genesis 2,16 Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon ißt, wirst du sterben. Adam ist aber mitnichten gestorben, als er in den Apfel biß: Genesis 5,5 Die gesamte Lebenszeit Adams betrug neunhundertdreißig Jahre, dann starb er. Auch wenn gerne argumentiert wird, daß damit gemeint war, Adam müsse überhaupt sterben, während er
vorher unsterblich war, ist es nicht ganz zu begreifen, daß bis heute sämtliche Tiere irgendwann sterben müssen. Die können doch nicht alle in Äpfel gebissen haben.
Außerdem ist in der Bibel nie die Rede von einem Apfel, es heißt immer nur
"die Frucht". Den Apfel hat sich nachträglich irgendjemand ausgedacht.
Auch den Moses schien Gott beschwindelt zu haben als er zu ihm sprach: Exodus 6,2 Gott
redete mit Mose und sprach zu ihm: Ich bin Jahwe. Ich bin Abraham, Isaak und Jakob als El-Schaddai (Gott der Allmächtige) erschienen, aber unter meinem Namen Jahwe habe ich mich ihnen nicht zu erkennen gegeben. Viele Jahre vorher, als Abraham dem Herrn seinen Sohn Isaak opfern sollte, begab sich folgendes:
Genesis 22,14 Abraham nannte jenen Ort Jahwe-Jire. Woher wußte Abraham den Namen Gottes?
Wem dieser beschriebene Gott unsympathisch ist, kann sich damit trösten, daß Jahwe aller Wahrscheinlichkeit nach
gar nicht für ihn zuständig ist. Dieser scheint ausschließlich für die Israeliten da gewesen zu sein, nicht etwa für Schweizer, Deutsche oder Australier: 1 Samuel 25,32 ... der Herr, der Gott Israels... 1 Könige 1,48 ... der Herr, der Gott Israels...
1 Chronik 16,36 ... der Herr, der Gott Israels... 2 Chronik 6,4 ... der Herr, der Gott Israels... Psalm 72,18 ... der Herr, der Gott Israels...
Auch sein Sohn Jesus fühlte sich eigentlich nur für die Israeliten verantwortlich, wie er selber sagte, als ihn
eine ausländische Frau um Hilfe bat: Matthäus 15,24 Ich bin nur zu den verlorenen Schafen Israels gesandt. Die Frau drängte weiter und Jesus antwortete ihr mit einem ziemlich ausländerfeindlichen Gleichnis: 15,26 Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Am Ende ließ er sich aber doch noch umstimmen, auch einer Fremden zu helfen.
Gott ist allwissend und allmächtig, heißt es. Aber dennoch schien auch bei ihm nicht alles auf Anhieb geklappt zu
haben: Genesis 1,31 Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.
Also begibt sich Gott befriedigt über seine Schöpfung am siebten Tag zur Ruhe. Im Lauf der Zeit ändert er allerdings seine Meinung. Genesis 6,6 Da reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben, und es tat seinem Herzen weh.
Der Herr sagte: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, mit ihm auch das Vieh, die Kriechtiere und die Vögel des Himmels, denn es reut mich sie gemacht zu haben.
Gott bereut also. Nun, das ist an sich ein guter Charakterzug, gegen den man nichts einwenden kann. Aber war Gott
wirklich allwissend? Woher kommt es, daß er nicht einmal weiß, wo sich Adam kurz nach dem Sündenfall versteckt hat? Genesis 3,9 Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du? Dabei war die Lage doch relativ überschaubar. Der Garten Eden und nur zwei Menschen drin.
Auf ähnliche Unwissenheit Gottes stößt man in Ijob 1,7: Der Herr sprach zum Satan: Woher kommst du?
Auch später war Gott über Irrtümer nicht erhaben: 1 Samuel 15,11 Deshalb erging das Wort des Herrn an Samuel: Es reut mich, daß ich Saul zum König gemacht habe. Denn er hat sich von mir abgewandt und hat meine Befehle nicht ausgeführt.
Ein allwissender Gott hätte das eigentlich vorher ahnen können.
Auch denkt Gott nicht immer an alles, und läßt sich gerne umstimmen, falls er etwas falsch macht. Amos 7,1 Dies zeigte mir Gott der
Herr in einer Vision: Er ließ Heuschrecken entstehen, als gerade die Frühjahrssaat zu wachsen begann. Sie machten sich daran, alles grün im Land zu vertilgen. Da rief ich: Gott mein Herr, vergib doch. Was soll denn aus Jakob werden? Er ist
ja so klein. Da reute es den Herrn, und er sagte: Es soll nicht geschehen. Dies zeigte mir Gott der Herr in einer Vision:
Gott, der Herr, rief zur Strafe das Feuer herbei, und das Feuer fraß die große Flut und wollte schon das Land Jakobs verschlingen. Da rief ich: Gott, mein Herr, halte doch ein. Was soll denn aus Jakob werden? Er ist ja so klein. Da reute
es den Herrn, und er sagte: Auch das soll nicht geschehen.
Es gibt auch Indizien dafür, daß der Himmel, in dem Gott wohnt, noch nicht so toll konstruiert ist: 2 Petrus 3,13 Dann erwarten wir, seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel. Offenbarung 21,1 Dann sah ich einen neuen Himmel und eine
neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen.
Sehr gut ist es, daß wir heutzutage einen unfehlbaren Stellvertreter Gottes auf Erden haben, den Papst.
Die päpstliche Unfehlbarkeit wurde beim ersten vatikanischen Konzil im Jahre 1869 beschlossen: Wenn der römische Papst ex cathedra spricht, d. h. in Ausübung seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen kraft seiner höchsten
apostolischen Autorität die Lehre in Glauben und Moral definiert, die von der gesamten Kirche geglaubt werden muß, ist er durch die ihm in der Person Petri verheißene Hilfe Gottes im Besitz jener Unfehlbarkeit, mit der der Göttliche
Erlöser seine Kirche ausgestattet sehen wollte.
Für die Unfehlbarkeit des Papstes stimmten 533 Konzilsteilnehmer, 2 waren dagegen, 88 enthielten sich der Stimme.
Gottes Stellungnahme dazu ist nicht bekannt.
Und auch heute noch heißt es: Um die Kiche in der Reinheit des von den Aposteln überlieferten Glaubens zu
erhalten, wollte Christus, der ja die Wahrheit ist, seine Kirche an seiner eigenen Unfehlbarkeit teilhaben lassen. Zur Erfüllung dieses Dienstes hat Christus den Hirten das Charisma der Unfehlbarkeit in Fragen des Glaubens und der Sitten
verliehen. Dieser Unfehlbarkeit erfreut sich der römische Bischof, ...wenn er als oberster Hirt und Lehrer aller Christgläubigen ... eine Lehre über den Glauben oder die Sitten in einem endgültigen Akt verkündet.
Unfehlbar ist so ein Papst offiziell also nur, wenn er “ex cathedra” spricht, was aber nicht oft vorkommt. Johannes
XXIII. bemerkte dazu: “Ich bin nicht unfehlbar. Ich wäre nur unfehlbar, wenn ich ex cathedra spräche, was ich aber nicht vorhabe.”
Die folgenträchtigste “Ex cathedra”-Aussage stammt wohl von Papst Pius XII., der 1950 beschloß, Maria, die Mutter
von Jesus, sei ebenso wie ihr Sohn in den Himmel aufgefahren, ein Ereignis, über das in der Bibel allerdings nichts berichtet wird. Ganz im Gegenteil, im Evangelium des Johannes 3,13 heißt es ausdrücklich: Und niemand ist in den Himmel
hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.
Trotzdem beharrt der Katechismus darauf: Nach Vollendung ihres Lebenslaufes wurde die heiligste Jungfrau Maria
mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen ... Vielleicht haben Papst Pius und seine Nachfolger die Bibel nicht gelesen - oder sie hatten eine falsche Übersetzung. Einer seiner Vorgänger, Papst Pius IX. hatte
außerdem schon 1854 beschlossen, Maria sei frei von der Erbsünde gewesen, dieses Dogma gilt noch bis heute.
Nicht “ex cathedra” dagegen war die berühmte Enzyklika “Humanae vitae” des Papstes Paul VI., in der er die Pille
als Empfängnisverhütungsmittel verbot, ebenso Abtreibungen oder die Sterilisation. Außerdem jede Handlung, die entweder vor, während oder nach dem Geschlechtsakt eigens dazu dienen soll, die Fortpflanzung zu verhindern. Nur die Methode
nach “Knaus-Ogino” ließ er gelten, also den Sex an - hoffentlich - unfruchtbaren Tagen der Frau. Wörtlich heißt es im neuen Katechismus: Die zeitweilige Enthaltsamkeit sowie die auf Selbstbeobachtung und der Wahl von unfruchtbaren
Perioden der Frau beruhenden Methoden der Empfängnisregelung entsprechen den objektiven Kriterien der Moral. Diese Methoden achten den Leib der Eheleute, ermutigen diese zur Zärtlichkeit und begünstigen die Erziehung zu echter Freiheit.
Hingegen ist jede Handlung verwerflich, die entweder in Voraussicht oder während des Vollzuges des ehelichen Aktes oder im Anschluß an ihn beim Ablauf seiner natürlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern, sei es
als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel.
Wer der Meinung ist, man müsse sich nicht an diese Anregung halten, weil sie nicht ex cathedra war, also nicht
unfehlbar, sollte aber berücksichtigen: Der göttliche Beistand wird den Nachfolgern der Apostel, die in Gemeinschaft mit dem Nachfolger des Petrus lehren, und insbesondere dem Bischof von Rom, dem Hirten der ganzen Kirche, auch dann
geschenkt, wenn sie zwar keine unfehlbare Definition vornehmen und sich nicht endgültig äußern, aber bei der Ausübung des ordentlichen Lehramtes eine Lehre vorlegen, die zu einem besseren Verständnis der Offenbarung in Fragen des Glaubens
und der Sitten führt. Diesen authentischen Lehren müssen die Gläubigen religiösen Gehorsam des Willens und des Verstandes leisten.
Was nicht so bekannt ist: Nicht nur der Papst ist unfehlbar, sondern auch seine Bischöfe, solange sie etwas
gemeinsam beschließen und der Papst dabei ist: Die der Kirche verheißene Unfehlbarkeit wohnt auch der Körperschaft der Bischöfe inne, wenn sie das oberste Lehramt zusammen mit dem Nachfolger des Petrus ausübt.
Was ein wenig verwundert, ist, daß unsere Päpste durch die Bank katholisch sind. Es wäre viel naheliegender, wenn
Gottes Stellvertreter der jüdischen Religion anhängen würden. Schließlich war Jesus Jude und auch Jahwe bzw. Jehova selbst bezeichnet sich in der Bibel immer ausdrücklich als Gott der Israeliten. Keiner von beiden war katholisch.
Woher kommt eigentlich der Papst? Gott bzw. Jesus selber haben so etwas wie einen Papst nie eingesetzt oder
bestimmt, daß es ihn geben soll. Das Oberhaupt der katholischen Kirche nimmt seinen Autoritätsanspruch aus dem Matthäusevangelium. Matthäus 16, 18 Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf
diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ursprünglich gab es keinen Papst, sondern viele über die Gegend verstreute christliche Gemeinden, die jeweils für sich ein Oberhaupt hatten, das man Bischof nannte. Petrus war so etwas wie der Bischof von Rom, daher erhoben seine Nachfolger den Anspruch, wichtigere Bischöfe als all die anderen zu sein. Angefangen hat es mit Bischof Victor (189-198), der mehreren kleinasiatischen Gemeinden mit Ausschluß aus der Gesamtkirche drohte, weil sie Ostern zu einem anderen Termin feierten als allgemein üblich war. Im Jahr 256 bestand Bischof Stephan I. darauf, daß der römische Bischof den anderen überlegen sei. Bischof Sivicius beruft sich im Jahr 385 darauf, daß ihm ‘die Sorge um alle Kirchen obliege’. Ab ungefähr 400 n.Chr. wurden die römischen Bischöfe dann Papst genannt.
Ein Papst mußte nicht unbedingt besonders heilig oder sexuellen Exzessen abgeneigt sein. Mitunter fanden sich auch
komplett verrückte Menschen, die dieses Amt bekleideten, zum Beispiel Stephan VII., der seinen Vorgänger Papst Formosus wieder ausgraben ließ, auf einen Thron setzte, und versuchte, die schon neun Monate alte, etwas streng riechende Leiche
zu verhören.
Inzwischen haben sich die Manieren der Päpste etwas gebessert, ebenso ihre Unterkunft. Ein heutiger Papst verfügt
über annähernd elftausend Zimmer in seinem Palast, auf seinem Landsitz in Castelgandolfo sogar über einen eigenen Swimmingpool. Privatjet sowieso. Was Petrus da wohl dazu sagen würde?
Wie ein Papst aussieht, das weiß man. In der Regel handelt es sich dabei um einen nicht besonders schönen, dicken
älteren Mann, sieht man von gelegentlichen Ausnahmen ab, wie zum Beispiel Papst Benedikt IX., der 1032 im zarten Alter von elf Jahren das würdevolle Amt übernahm, es dreizehn Jahre lang bekleidete und während seiner Regierungszeit auf so
ausgefallene Dinge kam, wie sich selbst vom Zölibat zu dispensieren.
Wie ist es dagegen um das äußerliche Erscheinungsbild von Gott selber bestellt? Was dessen Aussehen betrifft, ist
man auf Vermutungen angewiesen, nur wenige Bibelstellen geben darüber Aufschluß.
Nachdem sich Jahwe fünf Tage mit der Erschaffung der Welt geplagt hatte, schritt er am sechsten zur Konstruktion
des Menschen. Manche Religion bestreiten dies allerdings, in den indischen Veden wird von einem Gott namens Brahma berichtet, der Adima und Héva erschaffen haben soll, aber vielleicht handelt es sich hier nur um eine falsche Schreibweise
von Gottes Namen. Sei dem, wie es sei, auf jeden Fall sprach Gott: Genesis 1,26 Laßt uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. 1,27 Gott
schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehret euch, bevölkert die Erde... 1,29 Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der ganzen Erde...
Dieser Passus im ersten Kapitel der Bibel wirft - so kurz er auch ist - diverse Fragen auf. “Laßt uns Menschen
machen...” sprach Gott. Wen meinte er mit uns? Hatte er Gehilfen, gab es mehrere Götter, oder handelt es sich hier um einen Pluralis Majestatis?
Gott schuf also den Menschen als sein Abbild.” Dieser Satz gibt eine Andeutung davon, wie Gott ausgesehen
haben könnte: Möglicherweise in etwa wie ein Neandertaler. Daher war es vielleicht ganz vernünftig, daß später in den Geboten,
die er Moses übergab, auch enthalten war: Exodus 20,4 Du sollst dir kein Gottesbild machen.
Gott mußte auch über ein gewisses Körpergewicht bzw. über Stiefel verfügt haben,
kann man aus Genesis 3,8 schließen: Als sie Gott, den Herrn, im Garten gegen den Tagwind einherschreiten hörten... Die Vorstellung von Gott als einem barfüßig sich auf Indianerart anschleichendem Wesen wäre
grundfalsch, Adam und Eva hörten seine Schritte, die lauter waren als der Wind.
Warum Gott den Adam mit Brustwarzen
erschaffen hat, bei Männern doch ziemlich unnütze Körperteile, ist ein Rätsel. Vielleicht war er da in Gedanken schon bei der Frau. Und wieso zeichnen alle Maler von biblischen Bildern Adam und
Eva durch die Bank mit Nabel? Das kann doch wohl nicht sein.
Die Stellen “Als Mann und Frau schuf er sie” und “Hiermit übergebe ich euch ...” sind Hinweise
darauf, daß Gott von Anfang an ein Menschenpaar erschaffen hat, also nicht nur Adam alleine, sondern auch eine Frau. Diese erste von Gott geschaffene Frau muß ihren Adam aber bald darauf
sitzengelassen haben, so daß er ihm später - nachdem er ihn in den Garten Eden gebracht und dort alles erklärt hatte - eine zweite schuf, aus seiner Rippe: Genesis 2,21 Da ließ Gott, der Herr,
einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, so daß er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloß ihre Stelle mit Fleisch. Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen
genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu.
Abgesehen davon, daß dies der älteste Bericht über eine Vollnarkose zu sein scheint, hatte die
neue Methode Gottes, Frauen herzustellen, später fatale Folgen, vor allem für Emanzen:
1 Korinther 11,7 Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, weil er Abbild und Abglanz Gottes ist; die
Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Denn der Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. Manche Mutter mag Probleme haben, diese biblische Weisheit ihrem Sohn zu erklären.
1 Korinther 11,9 Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann.
1 Timotheus 2,9 Auch sollen die Frauen sich anständig, bescheiden und zurückhaltend kleiden; nicht
Haartracht, Gold, Perlen oder kostbare Kleider seien ihr Schmuck, sondern gute Werke; so gehört es sich für Frauen, die gottesfürchtig sein wollen. Eine Frau soll sich still und in aller Unterordnung
belehren lassen. Daß eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, daß sie über ihren Mann herrscht; sie soll sich still verhalten. Denn zuerst wurde Adam erschaffen, danach Eva.
Trotz der Bibelstellen “Gott schuf also den Menschen als sein Abbild” und “Als Mann und Frau
schuf er sie” stellt die katholische Kirche seltsamerweise fest: Gott ist keineswegs nach dem Bild des Menschen. Er ist weder Mann noch Frau.
Die Theorie, daß Gott die Frau zweimal erschaffen mußte, steht zwar im
Widerspruch zu jeder Art biblischer Lehre, hilft aber beim Verständnis des folgenden Zusammenhanges:
Adam und Eva hatten zwei Kinder, Kain und Abel. Nachdem Kain seinen Bruder erschlagen hatte Genesis 4,15 ging Kain vom Herrn weg und ließ sich im Land Nod nieder, östlich von Eden. Kain erkannte seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Henoch.
Wo kam diese Frau her? Es gab offiziell nur Eva. Es könnte sich hierbei um die erste von Gott
erschaffene Frau handeln, außer man ist zu der Annahme bereit, daß Gott - oder ein eventueller zweiter Gott - im Lande Nod auch Menschen erschaffen hatte. Manchmal wird auch behauptet, es
handelte sich bei dieser unbekannten Frau um eine Tochter von Adam und Eva, denn Genesis 5,3 Adam war hundertdreißig Jahre alt, da zeugte er einen Sohn ... und nannte ihn Set. Nach der
Geburt Sets lebte Adam noch achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
Aber Kain hätte dann natürlich seine eigene Schwester “erkannt”, wie man sich damals auszudrücken pflegte.
Am berühmtesten sind Adam und Eva durch ihre Geschichte mit dem Apfel. Wegen dieser
Nascherei sind wir bis heute mit der Erbsünde beladen, die man nur loswerden kann, indem man sich von einem Pfarrer oder einem Propheten mit Wasser übergießen läßt. Sogar Jesus hatte
diesen Makel, auch er mußte sich taufen lassen. Aber man stelle sich einmal vor, Eva hätte nicht auf die Schlange gehört und statt dem Apfel ein Radieschen gegessen. Würden wir dann bis heute
nackt in einer Art Paradies umherspazieren und bräuchten nicht zu arbeiten? In der Bibel wird auch nichts davon erzählt, daß die botanische Art “Baum der Erkenntnis” ausgestorben wäre, er muß
sich weiterverbreitet haben, wie andere Apfelbäume auch. Vielleicht kaufen wir die Früchte seiner Nachfolger heute ganz arglos im Supermarkt. Ist es nicht auffallend, daß Kinder sich eigentlich erst
freiwillig anziehen, wenn sie in ein Alter kommen, in dem sie auch Äpfel essen? Vorher laufen sie lieber nackt durch die Gegend.
Außer daß sich Adam und Eva nach dem Sündenfall etwas anzuziehen besorgen mußten und aus
dem Paradies vertrieben wurden, steht in der Bibel nicht recht viel von ihnen. Ganz anders in den Apokryphen. Dort erfährt man mehr:
Nachdem sie aus dem Paradies vertrieben waren, bauten sie sich eine Hütte und verbrachten
sieben Tage trauernd und klagend in großer Betrübnis. Nach sieben Tagen aber bekamen sie Hunger und suchten nach Speise, sie zu essen, doch sie fanden keine. Da sprach Eva zu Adam:
Mein Herr, mich hungert. Geh, suche uns etwas zu essen. Vielleicht sieht Gott der Herr uns gnädig an, erbarmt sich unser und beruft uns wieder an den Ort, wo wir früher waren. Und Adam machte
sich auf und ging in sieben Tagen durch jenes ganze Land, fand aber keine Speise, wie sie deren im Paradies hatten. Und Eva sprach zu Adam: Mein Herr, willst du, so töte mich. Vielleicht führt
dich dann Gott ins Paradies zurück; ist doch Gott nur meinetwegen über dich in Zorn geraten. Adam antwortete: Eva, rede nicht so, daß nicht etwa Gott abermals einen Fluch über uns verhängt.
Wie könnte ich meine Hand gegen mein eigenes Fleisch erheben? Wir wollen vielmehr uns aufmachen und uns etwas suchen, davon wir leben können, damit wir nicht hinschwinden.
Und sie gingen hin und suchten neun Tage lang, fanden aber nichts der Art, wie sie im Paradies gehabt hatten, sondern nur tierische Speise. Und Adam sprach zu Eva: Das hat der Herr den Tieren und dem Vieh zur Speise gegeben, wir aber
hatten Engelsspeise. Laß uns große Buße tun, vielleicht vergibt uns Gott der Herr und weist uns etwas zu, davon wir leben können. Und Eva sprach zu Adam: Mein Herr, wieviel Buße gedenkst du zu tun? Habe ich dir doch Mühe
und Drangsal bereitet. Und Adam sprach zu Eva: Du kannst nicht soviel tun wie ich, aber tue soviel, als sich mit deiner Gesundheit verträgt. Ich will vierzig Tage fastend verbringen. Du aber mach dich auf und geh zum
Fluß, nimm einen Stein und stelle dich darauf ins Wasser bis an den Hals. Und keine Rede gehe aus deinem Mund hervor, denn wir sind unwürdig, den Herrn zu bitten. Und du bleibe im Wasser
des Flusses 37 Tage lang stehen. Ich aber will im Wasser 40 Tage verbringen. Und Eva ging zum Fluß und tat, wie ihr Adam gesagt hatte. Desgleichen ging Adam und stellte sich bis zum Hals ins Wasser.
Und es vergingen 18 Tage, da geriet Satan in Zorn, er verwandelte sich in die Lichtgestalt der
Engel, kam an den Fluß zu Eva und fand sie weinend. Und der Teufel sprach zu ihr: Steig aus dem Fluß und weine nicht länger. Warum bist du und dein Mann Adam noch bekümmert? Gott der Herr
hat eure Klage gehört und eure Buße angenommen. Wir Engel haben den Herrn flehentlich für euch gebeten, und er hat mich gesandt, euch aus dem Wasser zu holen und euch Nahrung zu
geben. Jetzt also steig aus dem Wasser, ich will euch an einen Ort führen, wo Lebensunterhalt für euch bereit ist.
Eva aber, die glaubte, was sie gehört hatte, ging aus dem Wasser des Flusses, und ihr Leib war
zitternd wie Gras von der Kälte des Wassers. Der Teufel führte sie zu Adam. Als aber Adam sie sah und den Teufel bei ihr, rief er weinend: Eva, Eva, wo ist nun dein Bußwerk? Wie konntest du
dich abermals von unserem Widersacher verführen lassen, durch den wir entfremdet wurden der Bewohnung des Paradieses? Als Eva dies hörte, erkannte sie, daß es der Teufel gewesen war, der ihr geraten hatte, aus dem
Flusse zu gehen. Und sie fiel auf ihr Antlitz zur Erde, und ihr Schmerz, Klagen und Trauern verdoppelte sich. Und sie rief: Wehe dir, Teufel, warum bekämpfst du uns ohne Grund? Warum richtet sich deine Bosheit gegen uns?
Und aufseufzend sprach der Teufel: Adam, meine ganze Feindschaft, Neid und Schmerz geht gegen dich, weil ich deinetwegen vertrieben und entfremdet war von meiner Herrlichkeit, die ich im
Himmel inmitten der Engel hatte. Und Gott der Herr geriet in Zorn über mich und verbannte mich mit meinen Engeln von unserer Herrlichkeit. Und alsbald gerieten wir in Betrübnis, weil wir so
großer Herrlichkeit entkleidet waren. Und dich in solcher Freude und Wonne sehen zu müssen, das betrübte uns. Und mit List umgarnte ich dein Weib und brachte es dahin, daß du ihretwegen von deiner Freude und Wonne vertrieben wurdest.
Übrigens war Adam keineswegs das erste menschliche Wesen, das von Gott erschaffen wurde,
auch wenn diese Tatsache nicht so bekannt ist. In Sprichwörter 8,22-31 erfährt man: Der Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege. Als die Urmeere noch nicht waren wurde ich geboren.
Als er den Himmel baute war ich dabei. Ich war seine Freude Tag für Tag und spielte vor ihm allezeit. Wer dieses geheimnisvolle Wesen war, erfährt man leider nicht.
Damit wollen wir das Thema Adam und Eva abschließen und zu einem wesentlich pikanteren
übergehen: Zu Gottes Söhnen. Was vielen nämlich nicht bekannt ist, ist die Tatsache, daß Gott außer Jesus möglicherweise noch viel mehr Kinder hatte. Genesis 6,1 Als sich die Menschen über die Erde hin zu vermehren begannen und ihnen Töchter geboren wurden, sahen die Gottessöhne, wie schön die Menschentöchter waren, und sie nahmen
sich von ihnen Frauen wie es ihnen gefiel. Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für immer im Menschen bleiben, weil er auch Fleisch ist; daher soll seine Lebenszeit hundertzwanzig Jahre
betragen. In jenen Tagen gab es auf der Erde die Riesen, und auch später noch, nachdem sich die Gottessöhne mit den Menschentöchtern eingelassen und diese ihnen Kinder geboren hatten. Das sind die Helden der Vorzeit, die berühmten Männer.
In der Einheitsbibel findet man noch eine Anmerkung zu diesem Thema: Im heutigen
Zusammenhang, für den die Erzählung stark gekürzt wurde, werden die Gottessöhne entweder als Engel gedeutet, die aus ihrer Ordnung gefallen sind, oder als die Nachkommen Sets, die als
fromm galten und darum als ‘Gottessöhne’ bezeichnet werden konnten.
Zu den “Gottessöhnen” liest man in einer anderen Bibelübersetzung: Genesis 6,1 NW Nun geschah es, als die Menschen auf der Oberfläche des Erdbodens zahlreich zu werden anfingen und ihnen Töchter geboren wurden, daß dann die Söhne des wahren Gottes die
Töchter der Menschen zu beachten begannen, und gewahrten daß sie gut aussahen; und sie nahmen sich dann Frauen, nämlich alle, die sie erwählten.
“Die Söhne des wahren Gottes” also. Da klappen die katholischen Ausreden dann aber nicht mehr.
In einer dritten Übersetzung ist zu lesen: Genesis 6,1 DGN Da sahen die Gottessöhne, daß die Töchter, die den Menschen geboren wurden, sehr schön waren. Sie suchten sich die schönsten aus, heirateten sie und zeugten mit ihnen
Kinder.
Jetzt heiraten sie wenigstens vorher, allerdings nehmen sie diesmal nur die schönsten Mädchen.
Sollte es sich aber wirklich nicht um Söhne Gottes, sondern um Engel gehandelt haben, so ist folgendes Wort Jesu nicht ganz verständlich: Mattäus 22,30 Denn nach der Auferstehung werden die
Menschen nicht mehr heiraten, sondern sein wie die Engel im Himmel. Vielleicht war damit gemeint, daß Engel nicht extra heiraten mußten, bevor sie mit einer Frau verkehrten.
Was einem bei der weiteren Bibellektüre auffällt ist, daß sich viele Menschen nicht an Gottes
Strafe gehalten haben, die Beschränkung auf hundertzwanzig Jahre Lebenszeit. Ein paar Kapitel später, nach der Sintflut (Genesis 11,10), werden sie wieder ziemlich alt: Der Nahor 148, der Serug
230, der Peleg 239, der Arpachschad 438, der Schelach 433, der Eber 464, und der Sem sogar 600.
In den Apokryphen findet man im äthiopischen Buch Henons einen ausführlichen Bericht zur Orgie
der Gottessöhne, wobei man aber bei der Lektüre nicht vergessen sollte: “Die Engel sind geistige Geschöpfe, die Gott unablässig verherrlichen”.
Nachdem die Menschenkinder sich gemehrt hatten, wurden ihnen in jenen Tagen schöne und
liebliche Töchter geboren. Als aber die Engel, die Himmelssöhne, sie sahen, gelüstete es sie nach ihnen, und sie sprachen untereinander: Wohlan, wir wollen uns Weiber unter den Menschentöchtern
wählen und uns Kinder zeugen. Es waren ihrer im Ganzen 200, die in den Tagen Jareds auf den Gipfel des Berges Hermon herabstiegen. Dies sind die Namen ihrer Anführer: Semjasa, Urakib,
Arameel, Akibeel, Tamiel, Ramuel, Datael, Ezequeel, Saraqujal, Asael, Armers, Batraal, Anani, Zaquebe, Samsaveel, Sartael, Tumael, Turel, Jomjael, Arasjal.
Diese und alle übrigen mit ihnen nahmen sich Weiber, jeder von ihnen wählte sich eine aus, und
sie begannen, zu ihnen hinzugehen und sich an ihnen zu verunreinigen; sie lehrten sie Zaubermittel, Beschwörungsformeln, das Schneiden von Wurzeln und offenbarten ihnen die
heilkräftigen Pflanzen. Sie wurden aber schwanger und gebaren 3000 Ellen lange Riesen, die den Erwerb der Menschen aufzehrten. Als ihnen aber die Menschen nichts mehr gewähren konnten,
wandten sich die Riesen gegen sie und fraßen sie auf, und die Menschen begannen, sich an den Vögeln, Tieren, Reptilien und Fischen zu versündigen, das Fleisch voneinander aufzufressen, und tranken das Blut.
Asasel lehrte die Menschen Schlachtmesser, Waffen, Schilde und Brustpanzer verfertigen und
zeigte ihnen die Metalle samt ihrer Verarbeitung und die Armspangen und Schmucksachen, den Gebrauch der Augenschminke und das Verschönern der Augenlider, die kostbarsten und
auserlesensten Steine und allerlei Färbemittel. So herrschte viel Gottlosigkeit, und sie trieben Unzucht, gerieten auf Abwege und alle ihre Pfade wurden verdorben. Semjasa lehrte die
Beschwörungen und das Schneiden der Wurzeln, Armaros die Lösung der Beschwörungen, Baraqel das Sternschauen, Kokabeel die Astrologie, Ezequeel die Wolkenkunde, Arakiel die Zeichen der
Erde, Samsaveel die Zeichen der Sonne, Seriel die Zeichen des Mondes.
Da blickten Michael, Uriel, Raphael und Gabriel vom Himmel und sahen all das Unrecht, das auf
Erden geschah. Da sprachen sie zum Herrn: Du hast alles gemacht und die Herrlichkeit über alles ist bei dir. Du siehst alles und nichts kann sich vor dir verbergen. Sie sind zu den
Menschentöchtern auf der Erde gegangen, haben bei ihnen geschlafen und mit den Weibern sich verunreinigt und haben ihnen alle Sünden geoffenbart. Die Weiber aber gebaren Riesen, und
dadurch wurde die ganze Erde von Blut und Ungerechtigkeit voll.
Darauf ergriff der Höchste das Wort und sprach: Offenbare ihnen das bevorstehende Ende. Denn
die ganze Erde wird untergehen und eine Wasserflut ist im Begriff, über die ganze Erde zu kommen, und alles auf ihr Befindliche wird untergehen ... damit nicht alle Menschenkinder
umkommen durch das Geheimnis, das die Wächter verbreitet haben.
Zu Gabriel sprach der Herr: Ziehe los gegen die Bastarde, die Verworfenen und die Hurenkinder,
tilge die Söhne der Wächter von den Menschen hinweg und lasse sie gegeneinander los, daß sie sich untereinander im Kampfe vernichten, denn langes Leben soll ihnen nicht zuteil werden.
Gott macht seine Worte wahr und setzt das ganze Chaos unter Wasser. Nur Noach, seine Frau,
seine drei Söhne und deren Frauen sowie ein Paar von jeder Tierart der Erde dürfen überleben. Und allen im Wasser lebenden Tieren ist wohl auch nichts passiert, dies wird in der Bibel aber nicht extra betont.
Um es klar und deutlich festzuhalten: Die Sintflut wurde nicht geschickt, weil die Menschen so
böse waren, sondern weil die Engel bzw. die Söhne Gottes es mit unseren Mädels getrieben hatten.
Noach baut eine Arche, die ‘Arche Noah’. Warum Noah in neueren Bibeln in Noach umgetauft
wurde, ließ sich noch nicht eruieren, vielleicht kommt es der hebräischen Aussprache näher. Sein Schiff war 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch. Geht man davon aus, daß es sich bei
diesen Maßen um königliche Ellen handelt - mit 52,2 cm um sieben Zentimeter länger als die gewöhnliche Elle - so kommt man auf eine Länge von 157 Metern, eine Breite von 26 Metern und
eine Höhe von 15 Metern, also auf ungefähr zwölftausend Quadratmeter Holz. Noach dürfte einer der ersten gewesen sein, der zur Ausrottung der Wälder beigetragen hat.
Dieses ansehnliche Schiff, dessen Konstruktion auch heutigen, modernen Werften nicht leichtfallen
dürfte, wurde für ungefähr ein halbes Jahr die Heimat von Noach, seinen sieben Verwandten und den Tieren.
Eigentlich hatte Gott befohlen Genesis 7,2 Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben Paare mit, und
von allen unreinen Tieren je ein Paar, aber er hatte wohl vergessen, daß er etwa 8500 verschiedene Tierarten erschaffen hatte, die meisten davon “rein”. Unrein waren nach Levitikus 11 das Kamel, der
Klippdachs, das Wildschwein, alle Meerestiere, die keine Flossen und Schuppen hatten, an die zwanzig Vogelarten, alle Kleintiere mit vier Füßen und Flügeln, außer die Füße dienten zum
Springen, wie zum Beispiel bei Heuschrecken, alle Tiere mit gespaltenen Klauen, die nicht Paarzeher sind und nicht wiederkäuen, alle Vierfüßler, die auf Pfoten gehen, alle Kleintiere, die auf
vier oder mehr Füßen auf dem Boden kriechen, sowie Maulwurf, Maus und Eidechsen. Unrein auch der Hase, weil er Levitikus 11,6 zwar wiederkäut, aber keine gespaltenen Klauen hat. Die Hasen
müssen in der Zwischenzeit allerdings eine genetische Mutation erfahren haben, heutzutage rechnet man sie nicht mehr zu den Wiederkäuern.
An die 100.000 Tiere hätten sich in der Arche drängen müssen, was Noach wohl zuviel war. Er
begnügte sich mit je einem Paar: Genesis 7,8 Von den reinen und unreinen Tieren ... kamen immer zwei zu Noach in die Arche.
Dummerweise nahm er auch Nilpferde und Krokodile mit, zwei Tierarten, die
später dazu herhalten mußten, von religiösen Malern als Versinnbildlichung dämonischer Mächte herzuhalten. Ganz abgesehen von Schlangen, in denen sich möglicherweise Satan versteckt hatte.
Die Tage auf dem Schiff müssen eine harte Zeit für die Menschen gewesen sein, die sie wohl
hauptsächlich mit dem Wegschaufeln der Tierfäkalien verbracht haben. Der Gestank auf dieser Arche dürfte sonst unerträglich geworden sein.
Viele Wissenschaftler haben sich mit den Problemen beschäftigt, die Noach mit den Raubtieren
gehabt haben muß. Ein Löwenpaar braucht ca. zehn Kilogramm Fleisch pro Tag zum Fressen, also waren etwa eineinhalb Tonnen für die hundertfünfzig Tage dauernde Kreuzfahrt nötig. Nur für
die Löwen, wohlgemerkt, aber es gab ja auch noch Panther, Tiger, Füchse, Luchse, Geparden, Jaguare, Leoparden, Hunde, Katzen und noch viele mehr. Noach mußte ein riesiges Vorratslager
mitgeführt haben, außer er erlaubte diesen Tieren, manche der anderen mitreisenden Tierarten aufzufressen, was aber unweigerlich zum Aussterben der Gattung geführt haben muß.
Diese Wissenschaftler haben allerdings außer Acht gelassen, daß sich bis dahin auch die Raubtiere von Gras ernährten, Gottes Gebot folgend: Genesis 1,30 Allen Tieren des Feldes, allen
Vögeln des Himmels, und allem, was sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle grünen Pflanzen zur Nahrung.
Kein Nahrungsproblem dürfte das Schlangenpaar gehabt haben, denn Gott hatte nach dem
Sündenfall eine besondere Strafe für diese Tierart bestimmt: Genesis 2,14 Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Man mag sich fragen, wie sich Schlangen
vor Gottes Verfluchung fortbewegt hatten.
Trotzdem galt es aufzupassen, daß sich nicht etwa ein schusseliger Vogel das letzte Paar
Wüstenflöhe einverleibte oder ein kurzsichtiger Elefant versehentlich auf eine Ameise trat.
Nach hundertfünfzig Tagen nahm das Wasser ab, aber es dauerte noch weitere vierzig Tage Genesis 8,7 bis das Wasser auf der Erde vertrocknet war. Die Bibel sagt leider nichts darüber aus, wohin dieses viele Wasser, das Genesis 7,19 alle Berge bedeckte, die es unter dem ganzen Himmel gab,
vertrocknete. Es konnte nicht einfach verdampft sein, das hätte Unmengen von Regenwolken gegeben und die Sintflut wäre wieder von vorne losgegangen. Das Wasser konnte auch nicht in die
Meere abgeflossen sein, denn die Ozeane waren mit Sicherheit auch überflutet. Und einfach im Boden versickern können derartige Wassermassen nicht mehr. Ein Rätsel also, das bis heute ungelöst ist.
Noch nicht erforscht ist auch, woher die Sintflut eigentlich kam, und man ist sich auch noch nicht
einig, ob es sich hierbei um eine lokale oder eine globale Katastrophe handelte. Fast alle überlieferten Glaubensbücher, eine Menge Mythen und Sagen berichten von einer derartigen
Katastrophe, nicht nur im “Heiligen Land”, sondern auch in damals so abgelegenen Orten wie Südamerika, China oder Indien. Sogar in den Sagen arktischer Gebiete wird von “ewigem Eis- und
Schneeregen” berichtet. Die neueste Theorie zu diesem Thema lautet, daß sich vor 9545 Jahren ein Komet der Erde näherte und in sieben Teilfragmente aufsplitterte, die weit verstreut voneinander
in diverse Meere einschlugen und so gewaltige Überschwemmungen hervorriefen. Durch die beim Aufprall entstehende Wärme wurden auch gewaltige Mengen an Wasser verdampft, die woanders über Land wieder abregneten.
Beim Betrachten einer Landkarte des Mittelmeerraumes kann man auch auf die Idee kommen, daß
der Garten Eden und seine Umgebung damals auf dem Grunde des noch nicht vorhandenen Mittelmeers lag. Dann würde es für Gott gereicht haben, etwas Land in der heutigen Meerenge
zwischen Gibraltar und Afrika zur Seite zu räumen. Der Atlantik hätte sich in die große Niederung ergossen, alles überschwemmt und das heutige Mittelmeer geschaffen.
Daß die Sintflut auch in den Geschichten weit entfernter Kulturkreise vorkommt, läßt sich biblisch
damit erklären, daß kurz anschließend - nach dem Turmbau zu Babel - Gott die Menschen über die ganze Erde verteilte. Genesis 11,8 Der Herr zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde.
Die Erinnerung an die Katastrophe nahmen die Menschen wohl mit.
|
|
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1 - Die Herkunft der Bibel Kreative
Schriftsteller, die eine Mutter von fünf Söhnen kinderlos bleiben lassen
Kapitel 2 - Jahwe und seine Kinder Über einen
eifersüchtigen Anstifter zum Massenmord und seine dicken Nachfolger
Kapitel 3 - Von Noah bis Abraham Berichte über Vegetarier, Alkoholiker und Wichser
Kapitel 4 - Moses Ein stotternder Mörder macht sich auf die Reise
Kapitel 5 - Gemetzel und Weiberhelden Die
Verführungskünste des König David und seiner Söhne
Kapitel 6 - Weisheiten Wo Rockbands ihre Texte klauen
Kapitel 7 - Raumfahrer Berichte über Hubschrauber,
Raumstationen und seltsame Wesen
Kapitel 8 - Jesus Ein Lausbub haucht Sperlingen aus Lehm
Leben ein
Kapitel 9 - Weiber Biblische Sprüche über Frauen
Kapitel 10 - Wunder über Wunder Wasser oder Wein?
Kapitel 11 - Märtyrer & Heilige 1000 Tips, wie man sich quälen lassen kann
Kapitel 12 - Himmel und Hölle Ein Katastrophenbericht
über den Untergang der Welt
Kapitel 13 - Katholen und Evangelen Traubensaft statt Blut Christi
Kapitel 14 - Moroni Barfuß in einem amerikanischen
Schlafzimmer: Ein Engel des Herrn im Jahre 1823
Kapitel 15 - Gesalbte und andere Schafe Die Zeugen
Jehovas erobern die Welt und erben das Reich Gottes
Kapitel 16 - Lorbe(e)ren Der Heilige Geist in Österreich
|