MEIN GOTT
Ein Bibelkurs

Kapitel 12

 

       
 
 
 
 
 
 
  Himmel und Hölle

Über Himmel, Hölle und Fegefeuer finden sich in der Bibel keine einheitlichen Aussagen.
So heißt es zum Beispiel: Matthäus 13,49 So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.

Der Papst sagt zu diesem Thema:
Jeder Mensch empfängt im Moment des Todes in seiner unsterblichen Seele die ewige Vergeltung. Dies geschieht in einem besonderen Gericht, das sein Leben auf Christus bezieht - entweder durch Läuterung hindurch oder indem er unmittelbar in die himmlische Seligkeit eintritt oder indem er sich selbst sogleich für immer verdammt.

Das bedeutet Himmel, Hölle oder Fegefeuer. Aber was ist das alles genau? Befragen wir wieder den Papst, zuerst zum Thema Himmel.
Das vollkommene Leben mit der allerheiligsten Dreifaltigkeit, diese Lebens- und Liebesgemeinschaft mit ihr, mit der Jungfrau Maria, den Engeln und allen Seligen wird “der Himmel” genannt. Der Himmel ist das letzte Ziel und die Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte des Menschen, der Zustand höchsten, endgültigen Glücks. Dieses Mysterium der seligen Gemeinschaft mit Gott und all denen, die in Christus sind, geht über jedes Verständnis und jede Vorstellung hinaus.

Um welchen Himmel genau es sich dabei handelt wird nicht erwähnt, laut Bibel gibt es deren mindestens drei: 2 Korinther 12,2 Ich kenne jemand, einen Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde; ich weiß allerdings nicht, ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, nur Gott weiß es. Das sagt nicht irgendwer, sondern jemand, der es wissen muß: der heilige Apostel Paulus.

Hier die päpstliche Meinung zum Thema Fegefeuer:
Wer in der Gnade und Freundschaft Gottes stirbt, aber noch nicht vollkommen geläutert ist, ist zwar seines ewigen Heils sicher, macht aber nach dem Tod eine Läuterung durch, um die Heiligkeit zu erlangen, die notwendig ist, in die Freude des Himmels eingehen zu können ... Man muß glauben, daß es vor dem Gericht für gewisse leichte Sünden noch ein Reinigungsfeuer gibt ... Die Kirche empfiehlt auch Almosen, Ablässe und Bußwerke zugunsten der Verstorbenen.

Zur Hölle heißt es gnadenlos:
Die Lehre der Kirche sagt, daß es eine Hölle gibt und daß sie ewig dauert. Die Seelen derer, die im Stand der Todsünde sterben, kommen sogleich nach dem Tod in die Unterwelt, wo sie die Qualen der Hölle erleiden, das ewige Feuer.

Je nach Art seiner Sünden wird man also an einen dieser Orte verbracht, wobei es gut zu wissen ist, welche Sünden der Katholizismus kennt. Es sind dies drei verschiedene Arten: Die läßliche Sünde, die Todsünde und die himmelschreiende Sünde.

Eine läßliche Sünde begeht man, wenn man in einer nicht schwerwiegenden Materie eine Vorschrift des Sittengesetzes verletzt, eine Todsünde ist z.B. Mord oder Ehebruch, himmelschreiend ist es, seinen Arbeitern den Lohn vorzuenthalten.

Die katholische Kirche behauptet ferner, daß man beim jüngsten Gericht persönlich und körperlich antreten muß: Die hochheilige Römische Kirche glaubt fest und behauptet fest, daß am Tage des Gerichtes alle Menschen mit ihren Leibern vor dem Richterstuhl Christi erscheinen werden, um über ihre Taten Rechenschaft abzulegen.
Man fragt sich, woher diese ganzen Leiber kommen sollen. Die meisten dürften verwest sein, viele auch verbrannt. Heerscharen von Engeln müssen mit einer Massenproduktion von Körpern beschäftigt sein. Allerdings geht aus dem Statement des Katechismus nicht genau hervor, in welchem Zustand diese Leiber sein müssen, man könnte sich auch vorstellen, daß die Menschheit in Form von Geistwesen mit ihren Gebeinen oder Urnen vor Gottes Richterstuhl antritt. Falls es denn so sein sollte und die Menschheit bis dahin nicht grundlegend andere Charakterzüge entwickelt hat, sind Streitereien auf den Friedhöfen schon vorprogrammiert: “Das ist mein Unterschenkelknochen!” “Nein, der gehört mir!”

Die Theorien der Kirchenväter haben aber nicht viel mit biblischer Erkenntnis zu tun, in dem von Gott diktiertem Werk geht es ganz anders zu. Die Vorstellung vieler Christen, daß sie nach dem Tod in den Himmel kommen, wenn sie nur artig genug gelebt haben und oft genug in die Kirche gegangen sind, ist grundfalsch. Bestenfalls werden sie zu einem neuen Leben auf der Erde auferweckt, erfährt man aus dem Wort Gottes. Laut der Johannes-Offenbarung kommen nur 144.000 Menschen - ausschließlich jüdische Männer, die nie etwas mit Frauen gehabt hatten - in den Himmel, für mehr ist kein Platz.
Offenbarung 7,4 Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren.
Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels.
14,1 Und ich sah: Das Lamm [Jesus] stand auf dem Berg Zion, und bei ihm waren hundertvierundvierzigtausend; auf ihrer Stirn trugen sie seinen Namen und den Namen seines Vaters. Dann hörte ich eine Stimme vom Himmel her, die dem Rauschen von Wassermassen und dem Rollen eines gewaltigen Donners glich. Die Stimme, die ich hörte, war wie der Klang der Harfe, die ein Harfenspieler schlägt. Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Lebewesen und vor den Ältesten. Aber niemand konnte das Lied singen lernen außer den hundertvierundvierzigtausend, die freigekauft und von der Erde weggenommen worden sind. Sie sind es, die sich nicht mit Weibern befleckt haben; denn sie sind jungfräulich. Sie allein unter allen Menschen sind freigekauft...

Alle anderen Menschen werden zwar wieder auferweckt, bleiben aber auf der Erde und müssen folgende Katastrophe miterleben:
Offenbarung 8,2 Und ich sah: Sieben Engel standen vor Gott; ihnen wurden sieben Posaunen gegeben. 8,7 Der erste Engel bließ seine Posaune. Da fielen Hagel und Feuer, die mit Blut vermischt waren, auf das Land. Es verbrannte ein Drittel des Landes, ein Drittel der Bäume und alles grüne Gras.
Der zweite Engel bließ seine Posaune. Da wurde etwas, das einem großen brennenden Berg glich, ins Meer geworfen. Ein Drittel des Meeres wurde zu Blut. Und ein Drittel der Geschöpfe, die im Meer leben, kam um, und ein Drittel der Schiffe wurden vernichtet.
Der dritte Engel bließ seine Posaune. Da fiel ein großer Stern von Himmel; er loderte wie eine Fackel und fiel auf ein Drittel der Flüsse und auf die Quellen. Ein Drittel des Wassers wurde bitter, und viele Menschen starben durch das Wasser, weil es bitter geworden war.
Der vierte Engel bließ seine Posaune. Da wurde ein Drittel der Sonne und ein Drittel des Mondes und ein Drittel der Sterne getroffen, so daß sie ein Drittel ihrer Leuchtkraft verloren und der Tag um ein Drittel dunkler wurde und ebenso die Nacht.
9,1 Der fünfte Engel bließ seine Posaune. Da sah ich einen Stern, der vom Himmel zur Erde gefallen war; ihm wurde der Schlüssel gegeben, der in den Abgrund führt. Und er öffnete den Schacht des Abgrunds. Da stieg Rauch aus dem Schacht auf, wie aus einem großen Ofen, und Sonne und Luft wurden verfinstert. Aus dem Rauch kamen Heuschrecken über die Erde, und ihnen wurde Kraft gegeben, wie sie Skorpione auf der Erde haben. Es wurde ihnen gesagt, sie sollten dem grünen Gras auf der Erde, den grünen Pflanzen und den Bäumen keinen Schaden zufügen, sondern nur den Menschen, die das Siegel Gottes nicht auf der Stirn haben. Es wurde ihnen befohlen, die Menschen nicht zu töten, sondern nur zu quälen, fünf Monate lang. Und der Schmerz den sie zufügen, ist so stark, wie wenn einen Menschen ein Skorpion sticht.
9,13 Der sechste Engel bließ seine Posaune. Da hörte ich eine Stimme, die von den vier Hörnern des goldenen Altars her kam, der vor Gott steht. Die Stimme sagte zu dem sechsten Engel: Binde die vier Engel los, die am großen Strom, am Euphrat gefesselt sind. Da wurden die vier Engel losgebunden, die bereitstanden um ein Drittel der Menschheit zu töten. 9,17 Sie trugen feuerrote, rauchblaue und schwefelgelbe Panzer. Die Köpfe der Pferde glichen Löwenköpfen, und aus ihren Mäulern schlug Feuer, Rauch und Schwefel. Ein Drittel der Menschheit wurde durch diese Plagen getötet, durch Feuer, Rauch und Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkam.
11,15 Der siebte Engel bließ seine Posaune. 12,1 Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.
12,7 Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel. Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt, und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen.
12,13 Als der Drache erkannte, daß er auf die Erde gestürzt war, verfolgte er die Frau, die den Sohn geboren hatte. Aber der Frau wurden die beiden Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste an ihren Ort fliegen konnte. 12,15 Die Schlange spie einen Strom von Wasser aus ihrem Rachen hinter der Frau her, damit sie von den Fluten fortgerissen werde. Aber die Erde kam der Frau zu Hilfe; sie öffnete sich und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen gespien hatte. 12,18 Und der Drache trat an den Strand des Meeres.
13,1 Und ich sah: Ein Tier stieg aus dem Meer, mit zehn Hörnern und sieben Köpfen. Auf seinen Hörnern trug es zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen, die eine Gotteslästerung waren. Das Tier das ich sah, glich einem Panther, seine Füße waren wie die Tatzen eines Bären und sein Maul wie das Maul eines Löwen. Und der Drache hatte ihm seine Gewalt übergeben, seinen Thron und seine große Macht. 13,5 Und es wurde ermächtigt, mit seinem Maul anmaßende Worte und Lästerungen auszusprechen.
13,11 Und ich sah: Ein anderes Tier stieg aus der Erde herauf. Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm, aber es redete wie ein Drache. Es brachte die Erde und ihre Bewohner dazu, das erste Tier anzubeten. Es tat große Zeichen; sogar Feuer ließ es vor den Augen der Menschen vom Himmel auf die Erde fallen. 13,14 Es befahl den Bewohnern der Erde, ein Standbild zu errichten, zu Ehren des Tieres. 13,16 Die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Sklaven, alle zwang es, auf ihrer rechten Hand oder ihrer Stirn ein Kennzeichen anzubringen.
15,1 Dann sah ich ein anderes Zeichen am Himmel, groß und wunderbar. Ich sah sieben Engel mit sieben Plagen, den sieben letzten. 16,1 Dann hörte ich, wie eine laute Stimme den sieben Engeln zurief: Geht und gießt die sieben Schalen mit dem Zorn Gottes über die Erde.
Der erste ging und goß seine Schale über das Land. Da bildete sich ein böses und schlimmes Geschwür an den Menschen, die das Kennzeichen des Tieres trugen und sein Standbild anbeteten.
Der zweite Engel goß seine Schale über das Meer. Da wurde es zu Blut und alle Lebewesen im Meer starben.
Der dritte goß seine Schale über die Flüsse und Quellen. Da wurde alles zu Blut.
16,8
Der vierte Engel goß seine Schale über die Sonne. Da wurde ihr Macht gegeben, mit ihrem Feuer die Menschen zu verbrennen. Und die Menschen verbrannten in der großen Hitze.
16,10 Der fünfte Engel goß seine Schale über den Thron des Tieres. Da kam Finsternis über das Reich des Tieres und die Menschen zerbissen sich vor Angst und Schmerz die Zunge.
16,12 Der sechste Engel goß seine Schale über den großen Strom. Da trocknete sein Wasser aus, so daß den Königen des Ostens der Weg offenstand.
16,17 Und der siebte Engel goß seine Schale über die Luft. Und es folgten Blitze, Stimmen und Donner, es entstand ein gewaltiges Erdbeben, wie noch keines gewesen war, seitdem es Menschen auf der Erde gibt. Die große Stadt brach in drei Teile auseinander und die Städte der Völker stürzten ein. Alle Inseln verschwanden und es gab keine Berge mehr. Und gewaltige Hagelbrocken, zentnerschwer, stürzten vom Himmel auf die Menschen herab.
20,1 Dann sah ich einen Engel vom Himmel herabsteigen; auf seiner Hand trug er den Schlüssel zum Abgrund und eine schwere Kette. Er überwältigte den Drachen, die alte Schlange - das ist der Teufel oder der Satan -, und er fesselte ihn für tausend Jahre. 20,7 Wenn die tausend Jahre vollendet sind wird der Satan aus seinem Gefängnis freigelassen werden. Er wird ausziehen, um die Völker zu verführen, und sie zusammenzuholen für den Kampf. Sie schwärmten aus über die weite Erde und umzingelten das Lager der Heiligen und Gottes geliebte Stadt. Aber Feuer fiel vom Himmel und verzehrte sie. Und der Teufel, ihr Verführer wurde in den See von brennendem Schwefel geworfen, wo auch das Tier und der falsche Prophet sind. Tag und Nacht werden sie gequält, in alle Ewigkeit.
20,11 Dann sah ich einen großen weißen Thron und den, der auf ihm saß; vor seinem Anblick flohen Himmel und Erde. Ich sah die Toten vor dem Thron stehen. Und Bücher wurden aufgeschlagen; auch das Buch des Lebens wurde aufgeschlagen. Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet. Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren; und der Tod und die Unterwelt gaben ihre Toten heraus. Sie wurden gerichtet, jeder nach seinen Werken. Der Tod und die Unterwelt aber wurden in den Feuersee geworfen. Wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet war, wurde in den Feuersee geworfen.
21,1 Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen. 21,5 Und er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.

Es bleibt nur zu hoffen, daß Gott seine zweite Schöpfung besser gelingt als die erste.

Mit diesem Katastrophenbericht endet die Bibel.

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kapitel 1 - Die Herkunft der Bibel
Kreative Schriftsteller, die eine Mutter von fünf Söhnen kinderlos bleiben lassen

Kapitel 2 - Jahwe und seine Kinder
Über einen eifersüchtigen Anstifter zum Massenmord und seine dicken Nachfolger

Kapitel 3 - Von Noah bis Abraham
Berichte über Vegetarier, Alkoholiker und Wichser

Kapitel 4 - Moses
Ein stotternder Mörder macht sich auf die Reise

Kapitel 5 - Gemetzel und Weiberhelden
Die Verführungskünste des König David und seiner Söhne

Kapitel 6 - Weisheiten
Wo Rockbands ihre Texte klauen

Kapitel 7 - Raumfahrer
Berichte über Hubschrauber, Raumstationen und seltsame Wesen

Kapitel 8 - Jesus
Ein Lausbub haucht Sperlingen aus Lehm Leben ein

Kapitel 9 - Weiber
Biblische Sprüche über Frauen

Kapitel 10 - Wunder über Wunder
Wasser oder Wein?

Kapitel 11 - Märtyrer & Heilige
1000 Tips, wie man sich quälen lassen kann

Kapitel 12 - Himmel und Hölle
Ein Katastrophenbericht über den Untergang der Welt

Kapitel 13 - Katholen und Evangelen
Traubensaft statt Blut Christi

Kapitel 14 - Moroni
Barfuß in einem amerikanischen Schlafzimmer: Ein Engel des Herrn im Jahre 1823

Kapitel 15 - Gesalbte und andere Schafe
Die Zeugen Jehovas erobern die Welt und erben das Reich Gottes

Kapitel 16 - Lorbe(e)ren
Der Heilige Geist in Österreich