MEIN GOTT
Ein Bibelkurs

Kapitel 11

 

       
 
 
 
 
 
 
 

Märtyrer & Heilige

Die Bereitschaft der Menschen, sich für ihren Gott quälen zu lassen, war oft schier unglaublich. Das bekannteste Beispiel aus der Bibel dürfte Hiob sein, der - inzwischen umgetauft in Ijob - allerlei erdulden muß. Ijob war ein untadeliger Mann, der Gott fürchtete und das Böse mied. Außerdem war er wahnsinnig reich, ihm gehörten unter anderem dreitausend Kamele liest man in Ijob 1,3.

Gott unterhält sich mit dem Teufel und dieser stichelt, daß Ijob nur deswegen so gottesfürchtig sei, weil ihn Jahwe so reich gemacht habe. Satan erhält die Erlaubnis, Ijob seinen ganzen Reichtum durch allerlei Unbill wegzunehmen, aber dieser bleibt weiterhin gottesfürchtig. Die Testreihe wird fortgesetzt, indem der Teufel Ijob auch körperlich quälen darf.
Ijob 2,7 Der Satan ging weg vom Angesicht Gottes und schlug Ijob mit bösartigem Geschwür von der Fußsohle bis zum Scheitel. Die Schmerzen sind so groß, daß sich Hiob wünscht, nie geboren worden zu sein: 3,3 Ausgelöscht sei der Tag an dem ich geboren bin. 3,11 Warum starb ich nicht vom Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich?

Trotz aller Plagen verliert Ijob seinen Glauben an Gott nicht und wird dafür von diesem belohnt, indem sein früherer Reichtum nicht nur wiederhergestellt, sondern sogar verdoppelt wird. Ijob besitzt jetzt 6000 Kamele, 14000 Schafe, 1000 Rinder, 1000 Esel und darf nach seiner Gesundung noch 140 Jahre weiterleben.

Auch in nachbiblischer Zeit hörte der religiöse Masochismus keineswegs auf. Die katholische Kirchengeschichte quillt über mit Heiligen, die sich für Gott quälen ließen. Was man davon unter Tatsache einordnet oder der Phantasie kreativer Schriftsteller zuschreibt soll jedem Einzelnen überlassen bleiben.

Der heiligen Agatha werden die Brüste abgeschnitten, ebenso der Macra, der Febronia, der Encratis, der Helconis, der Calliopa, allesamt wurden sie heiliggesprochen. Anastasia wird mit Feuer und Schlägen gequält, die Brüste werden ihr abgeschnitten, die Nägel ausgerissen, die Zähne eingeschlagen, sowie Hände und Füße abgehauen. Am Schluß wird sie geköpft. Die heilige Blandina wird einen Tag lang dermaßen gefoltert, daß die Folterknechte schlappmachen, sie wird wilden Tieren vorgeworfen, gegeißelt und solcherart gebraten, daß sie ihre verkohlenden Glieder in einen Fettdampf hüllen. Geißeln, rösten und die wilden Tiere mußte man wiederholen, bis sie endlich starb.

Eine spezielle Form christlichen Märtyrertums sind die Folterwunder, bei denen die Leute die uferlosesten Marterungen unbeschadet überstehen.
Der heilige Pontianus muß mit nackten Füßen über glühende Kohlen gehen, bleibt aber unverletzt. Auch als er gefoltert, den Löwen vorgeworfen und mit heißem Blei übergossen wird, passiert ihm nichts. Erst ein Schwerthieb macht ihm den Garaus.
Es erscheint schon seltsam, daß viele dieser Märtyrer die unglaublichsten Angriffe auf ihr Leben unbeschadet überstehen, um dann an einem simplen Schwerthieb zu sterben.

Viele martern sich auch selber, um ihren Glauben zu beweisen und noch bis heute meint der Papst: Das Martyrium ist das erhabenste Zeugnis, das man für die Wahrheit des Glaubens ablegen kann; es ist ein Zeugnis bis zum Tod.

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kapitel 1 - Die Herkunft der Bibel
Kreative Schriftsteller, die eine Mutter von fünf Söhnen kinderlos bleiben lassen

Kapitel 2 - Jahwe und seine Kinder
Über einen eifersüchtigen Anstifter zum Massenmord und seine dicken Nachfolger

Kapitel 3 - Von Noah bis Abraham
Berichte über Vegetarier, Alkoholiker und Wichser

Kapitel 4 - Moses
Ein stotternder Mörder macht sich auf die Reise

Kapitel 5 - Gemetzel und Weiberhelden
Die Verführungskünste des König David und seiner Söhne

Kapitel 6 - Weisheiten
Wo Rockbands ihre Texte klauen

Kapitel 7 - Raumfahrer
Berichte über Hubschrauber, Raumstationen und seltsame Wesen

Kapitel 8 - Jesus
Ein Lausbub haucht Sperlingen aus Lehm Leben ein

Kapitel 9 - Weiber
Biblische Sprüche über Frauen

Kapitel 10 - Wunder über Wunder
Wasser oder Wein?

Kapitel 11 - Märtyrer & Heilige
1000 Tips, wie man sich quälen lassen kann

Kapitel 12 - Himmel und Hölle
Ein Katastrophenbericht über den Untergang der Welt

Kapitel 13 - Katholen und Evangelen
Traubensaft statt Blut Christi

Kapitel 14 - Moroni
Barfuß in einem amerikanischen Schlafzimmer: Ein Engel des Herrn im Jahre 1823

Kapitel 15 - Gesalbte und andere Schafe
Die Zeugen Jehovas erobern die Welt und erben das Reich Gottes

Kapitel 16 - Lorbe(e)ren
Der Heilige Geist in Österreich