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Märtyrer & Heilige
Die Bereitschaft der Menschen, sich für ihren Gott quälen zu lassen, war oft
schier unglaublich. Das bekannteste Beispiel aus der Bibel dürfte Hiob sein,
der - inzwischen umgetauft in Ijob - allerlei erdulden muß. Ijob war ein
untadeliger Mann, der Gott fürchtete und das Böse mied. Außerdem war er
wahnsinnig reich, ihm gehörten unter anderem dreitausend Kamele liest man in
Ijob 1,3.
Gott unterhält sich mit dem Teufel und dieser stichelt, daß Ijob nur
deswegen so gottesfürchtig sei, weil ihn Jahwe so reich gemacht habe. Satan
erhält die Erlaubnis, Ijob seinen ganzen Reichtum durch allerlei Unbill
wegzunehmen, aber dieser bleibt weiterhin gottesfürchtig. Die Testreihe wird
fortgesetzt, indem der Teufel Ijob auch körperlich quälen darf.
Ijob 2,7 Der Satan ging weg vom
Angesicht Gottes und schlug Ijob mit bösartigem Geschwür von der Fußsohle
bis zum Scheitel. Die Schmerzen sind so groß, daß sich Hiob wünscht, nie
geboren worden zu sein: 3,3
Ausgelöscht sei der Tag an dem ich geboren bin.
3,11 Warum starb ich nicht vom
Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich?
Trotz aller Plagen verliert Ijob seinen Glauben an Gott nicht und wird dafür
von diesem belohnt, indem sein früherer Reichtum nicht nur
wiederhergestellt, sondern sogar verdoppelt wird. Ijob besitzt jetzt 6000
Kamele, 14000 Schafe, 1000 Rinder, 1000 Esel und darf nach seiner Gesundung
noch 140 Jahre weiterleben.
Auch in nachbiblischer Zeit hörte der religiöse Masochismus keineswegs auf.
Die katholische Kirchengeschichte quillt über mit Heiligen, die sich für
Gott quälen ließen. Was man davon unter Tatsache einordnet oder der
Phantasie kreativer Schriftsteller zuschreibt soll jedem Einzelnen
überlassen bleiben.
Der heiligen Agatha werden die Brüste abgeschnitten, ebenso der Macra, der
Febronia, der Encratis, der Helconis, der Calliopa, allesamt wurden sie
heiliggesprochen. Anastasia wird mit Feuer und Schlägen gequält, die Brüste
werden ihr abgeschnitten, die Nägel ausgerissen, die Zähne eingeschlagen,
sowie Hände und Füße abgehauen. Am Schluß wird sie geköpft. Die heilige
Blandina wird einen Tag lang dermaßen gefoltert, daß die Folterknechte
schlappmachen, sie wird wilden Tieren vorgeworfen, gegeißelt und solcherart
gebraten, daß sie ihre verkohlenden Glieder in einen Fettdampf hüllen.
Geißeln, rösten und die wilden Tiere mußte man wiederholen, bis sie endlich
starb.
Eine spezielle Form christlichen Märtyrertums sind die Folterwunder, bei
denen die Leute die uferlosesten Marterungen unbeschadet überstehen.
Der heilige Pontianus muß mit nackten Füßen über glühende Kohlen gehen,
bleibt aber unverletzt. Auch als er gefoltert, den Löwen vorgeworfen und mit
heißem Blei übergossen wird, passiert ihm nichts. Erst ein Schwerthieb macht
ihm den Garaus.
Es erscheint schon seltsam, daß viele dieser Märtyrer die unglaublichsten
Angriffe auf ihr Leben unbeschadet überstehen, um dann an einem simplen
Schwerthieb zu sterben.
Viele martern sich auch selber, um ihren Glauben zu beweisen und noch bis
heute meint der Papst: Das Martyrium ist das erhabenste Zeugnis, das man
für die Wahrheit des Glaubens ablegen kann; es ist ein Zeugnis bis zum Tod. |
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1 - Die Herkunft der Bibel Kreative
Schriftsteller, die eine Mutter von fünf Söhnen kinderlos bleiben lassen
Kapitel 2 - Jahwe und seine Kinder Über einen
eifersüchtigen Anstifter zum Massenmord und seine dicken Nachfolger
Kapitel 3 - Von Noah bis Abraham Berichte über Vegetarier, Alkoholiker und Wichser
Kapitel 4 - Moses Ein stotternder Mörder macht sich auf die Reise
Kapitel 5 - Gemetzel und Weiberhelden Die
Verführungskünste des König David und seiner Söhne
Kapitel 6 - Weisheiten Wo Rockbands ihre Texte klauen
Kapitel 7 - Raumfahrer Berichte über Hubschrauber,
Raumstationen und seltsame Wesen
Kapitel 8 - Jesus Ein Lausbub haucht Sperlingen aus Lehm
Leben ein
Kapitel 9 - Weiber Biblische Sprüche über Frauen
Kapitel 10 - Wunder über Wunder Wasser oder Wein?
Kapitel 11 - Märtyrer & Heilige 1000 Tips, wie man sich quälen lassen kann
Kapitel 12 - Himmel und Hölle Ein Katastrophenbericht
über den Untergang der Welt
Kapitel 13 - Katholen und Evangelen Traubensaft statt Blut Christi
Kapitel 14 - Moroni Barfuß in einem amerikanischen
Schlafzimmer: Ein Engel des Herrn im Jahre 1823
Kapitel 15 - Gesalbte und andere Schafe Die Zeugen
Jehovas erobern die Welt und erben das Reich Gottes
Kapitel 16 - Lorbe(e)ren Der Heilige Geist in Österreich
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