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Die Herkunft der Bibel
Sie sieht zwar aus, als wäre sie ein einziges dickes Buch, aber dieser
Schein trügt. Die Bibel ist eine Sammlung von - je nach
Religionsgemeinschaft - ca. 66 bis 80 einzelnen Aufsätzen, die zu den
unterschiedlichsten Zeiten von verschiedensten Autoren geschrieben wurden,
die sich meist nicht kannten und oft nicht wussten, was andere schon
geschrieben hatten. Dies führte manchmal zu widersprüchlichen Aussagen in
der Bibel. Während zum Beispiel Johannes in seinem Evangelium behauptet Johannes 1,1
Im Anfang war das
Wort, heißt es woanders Genesis 1,1
Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Wurde jetzt geredet oder gearbeitet?
Es war nun nicht so, daß Gott seinen Schriftstellern auf der Erde den
Auftrag gegeben hätte, diese Bücher zu schreiben und als Bibel
zusammenzufassen, um den Menschen ein einheitliches Glaubenswerk zu geben,
sondern es gab noch viele weitere Bücher ähnlichen Inhaltes. Manchmal
handelten sie nur von Kampfbeschreibungen, in denen Gott überhaupt nicht
vorkam, manchmal hatten sie einen an Science-Fiction-Romane erinnernden
Inhalt, manchmal klang es auch sehr nach Gebrüder Grimm. Was vom
überlieferten antiken jüdischen Schriftwerk als “heilig” zu gelten hatte und
was nicht, wurde im Lauf der Zeit von den Kirchenoberen festgelegt. Die
katholische Kirche sieht das so:
Die apostolische Überlieferung ließ die Kirche unterscheiden, welche
Schriften in das Verzeichnis der heiligen Bücher aufgenommen werden sollten.
Danach besteht das Alte Testament aus 46 und das Neue Testament aus 27
Schriften.
Bücher, deren Inhalt der führenden Schicht nicht passte, flogen aus der
Sammlung oder wurden erst garnicht aufgenommen. Diese übriggebliebenen
Bücher nennt man Apokryphen. Ob ihr Inhalt weniger heilig und richtig ist,
als die der offiziellen Bibelbücher bleibt eigentlich dem Geschmack jedes
einzelnen überlassen, auf jeden Fall ist er teilweise sehr interessant und
man kann beim Lesen schon nachvollziehen, daß der Papst ganz froh ist, daß
manches daraus nicht in der Bibel steht.
Die Form der heutigen katholischen Bibel wurde auf Konzilen in den Jahren
392-400 n.Chr. festgelegt, des öfteren wieder geändert und beim Konzil von
Trient im Jahr 1546 endgültig von der römisch-katholischen Führungsschicht
bestätigt.
Es bleibt noch zu berücksichtigen, daß die Christen in den ersten zwei
Jahrhunderten überhaupt keine eigene heilige Schrift besaßen, sie klauten
einfach das heilige Werk der Juden, das Alte Testament, das sie um viele
Bücher erweiterten - z.B. Tobias, Judith, Makkabäer - die bei den Juden
nicht als heilig galten. Einige dieser Bücher strich unter anderen Martin
Luther wieder aus der Bibel ‘weil sie zu sehr judenzen und viel
heidnische Unart haben’. Das 2. Makkabäerbuch zum Beispiel ist also
“heilig und wahr” falls man Katholik ist, bei den Evangelen, Juden und
Zeugen Jehovas dagegen gehört es zu den Apokryphen.
Außerdem gibt es noch eventuell heilige Bücher, die sich bis heute nicht
aufgefunden haben, die Bibel selbst erwähnt neunzehn derartige Schriften,
z.B. “Das Buch der Wackeren”, “Das Buch der Kriege Jahwes” und “Die Schrift
des Propheten Iddo”.
In der katholischen Kirche gibt es noch die Erscheinung der sogenannten
“Himmelsbriefe”, von Gott persönlich verfaßte Briefe, die - wie der Name
schon andeutet - vom Himmel herabfielen. Mancher dieser Briefe enthielt
furchtbare Strafandrohungen Gottes für den Fall, daß den Bischöfen der
Zehnte - eine Art Kirchensteuer - verweigert wurde. In die Bibel wurden
solche Himmelsbriefe aber nicht aufgenommen.
Der bisher älteste Fund der Bibelbücher ist das Buch Jesaja, in einer
Abschrift, die ungefähr aus dem Jahr 135 v.Chr. stammt. Endeckt wurde sie
von einem spielenden Jungen in einer Höhle bei Qumran im Jahr 1947. Die
meisten heute noch erhaltenen Bibelbücher stammen aus einer Zeit zwischen
50-100 n.Chr.
Es bleibt zu spekulieren, ob man auch von jedem Fund erfährt. Man stelle
sich vor, es fände sich ein echt antiker, authentischer Bibeltext, in dem
geschrieben wird, daß Jesus klein und dick war. Sämtliche Kruzifixe auf der
Welt müßten umgeschnitzt werden. Der Papst würde sich bestimmt überlegen, ob
er so ein Manuskript nicht lieber im Safe des Vatikan aufbewahrt, anstatt es
zu veröffentlichen. Obwohl kleine dicke Menschen ja genauso heilig sein
könnten als lange dünne.
Was ist an der Bibel nun wahr und was nicht?
Fest steht:
Die Bibel hat Gott zum Urheber, sie ist in allen Teilen heilig, sie wurde
in allen Teilen unter Einwirkung des Heiligen Geistes verfaßt, und sie lehrt
sicher, getreu und ohne Irrtum.
So wurde das von der katholischen Kirche jedenfalls am 18. 11. 1965
offiziell verkündet. Und auch heute noch kann man im Katechismus lesen:
Gott ist der Urheber [Autor] der Heiligen Schrift. Das von Gott
Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift schriftlich enthalten ist und
vorliegt, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden.
Da also all das, was die inspirierten Verfasser aussagen, als vom Heiligen
Geist ausgesagt gelten muß, ist von den Büchern der Schrift zu bekennen, daß
sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren, die Gott um unseres
Heiles willen in heiligen Schriften aufgezeichnet haben wollte. Gott ist der
Urheber [Autor] der Heiligen Schrift: er hat ihre menschlichen Verfasser
[Autoren] inspiriert; er handelt in ihnen und durch sie. Er verbürgt somit,
daß ihre Schriften die Heilswahrheit irrtumsfrei lehren.
Und der katholischen Kirche muß man glauben, denn laut Credo des Papstes
Paul VI. vom 30. 6. 1968 ist sie ‘die einzige wahre Kirche, die allein
die unfehlbare Wahrheit verkündet, weil sie allein im Besitz des Geistes
Christi ist’.
“Katholisch” bedeutet übrigens soviel wie “allumfassend” im Sinn von “ganz”
oder “vollständig”, steht im Katechismus (der eine Art Hausordnung der
katholischen Kirche ist und der Gemeinde nahelegt, was sie zu glauben hat).
Und: Die Kirche ist katholisch, weil in ihr Christus zugegen ist. Wo
Christus Jesus ist, ist die katholische Kirche. In ihr ist der mit seinem
Haupt vereinte Leib Christi in Fülle verwirklicht. Sie ist katholisch, weil
sie von Christus zum ganzen Menschengeschlecht gesandt worden ist.
So unfehlbar, heilig und wahr das alles klingen mag, in der bebilderten
Luxusversion der Einheitsbibel findet sich in Ijob 12,20 jedenfalls das Wort
“Uteilskraft”, ein Indiz dafür, daß sich Druckfehler nicht an göttliche oder
päpstliche Unfehlbarkeit halten. Und in den Psalmen 9,15 dieser Bibelausgabe
wird “flohlockt”.
Trotzdem - manche Leute glauben nicht an den Papst und seine katholische
Kirche, für diese stellt sich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Bibel
trotz kirchlicher Aufklärung. Vergleiche der Bibel mit Geschichtsbüchern
oder wissenschaftlichen Lehrbüchern über die Entwicklung der Erde und des
Menschen kommen oft zu unbefriedigenden Ergebnissen. Man kann wohl davon
ausgehen, daß vieles, was in der Bibel beschrieben wird, wirklich passiert
ist, allerdings später von den unzähligen Kopisten und Übersetzern
ausgeschmückt wurde. So ähnlich wie bei der Nibelungensage mit Siegfried,
Hagen und Kriemhild. Obwohl es sicher ein Sakrileg wäre, die Bibel als
‘Sage’ zu bezeichnen.
Oft ist die Rede von einem sogenannten “Urtext”, aber diesen gibt es bis
heute immer noch nicht. Was es gibt, sind Abschriften, die Abschriften von
Abschriften sind. Von wievielen, weiß kein Mensch. Ein Original gibt es von
keinem einzigen Bibelbuch, obwohl man lange Zeit behauptete, das Original
des Markusevangelium zu besitzen. Dummerweise war es auf lateinisch
geschrieben, einer Sprache, die kein Evangelist beherrschte. Trotzdem wird
weiterhin gerne von “Urtexten” gesprochen, da normale Menschen mit diesem
Begriff einen gewissen Wahrheitsgehalt verbinden.
Die älteste vollständig erhaltene Abschrift des Alten Testamentes nennt sich
Codex Leningradensis und stammt aus dem Jahr 1008 n.Chr.
Im Anhang zur Einheitsübersetzung heißt es zu diesem Thema: Leider kam es
aber im Verlauf der Überlieferung zu vielen Veränderungen der Texte, sowohl
durch Hör- und Lesefehler bei Diktat und Nachschrift, als auch durch
absichtliche Veränderungen stilistischer und inhaltlicher Art. Heute wird
die Zahl der Textvarianten unter den verschiedenen Handschriften des Neuen
Testamentes auf rund 200.000 geschätzt. Meist handelt es sich dabei um
stilistische Abweichungen, nur in verhältnismäßig wenigen Fällen um
Sinnvarianten.
Diese Abweichungen sind kein Wunder, da man in der Antike Bücher nur
handschriftlich vervielfältigen konnte. Außer bewußten Änderungen,
Fälschungen und Einschüben dürften sich eine Unzahl von Abschreibefehlern
eingeschlichen haben. Man stelle sich vor, in einer Mönchszelle bei düsterem
Kerzenschein und einer - biblisch erlaubten - Flasche Wein eine dermaßen
komplizierte Schrift wie Hebräisch - oder noch schlimmer Aramäisch - zu
entziffern und ins Griechische zu übertragen. Da kann schon einiges
danebengehen.
Hebräisch sieht übrigens so aus und wird von rechts nach links gelesen. :
Und hier noch eine Seite auf Aramäisch:
Absichtliche Fälschungen, solange sie zu Ehren Gottes stattfanden, waren in
den Augen der Schriftsteller nicht sehr schlimm. Apostel Paulus, dem 14
Schriften der Bibel zugeschrieben werden, sieht die Sache so: Römer 3,7 Wenn aber die Wahrheit
Gottes sich durch meine Unwahrheit als noch größer erweist und so Gott
verherrlicht wird, warum werde ich dann als Sünder gerichtet?
Dies steht aber im Gegensatz zu Ijob 13,7 - ein Vers im Alten Testament, den
Paulus gekannt haben mußte: Wollt ihr für Gott Verkehrtes reden und
seinetwegen Lügen sprechen?
Wenn es der Kirche dient, werden abweichende Übersetzungen auch
folgendermaßen behandelt: Vom Buch Sirach sind außer der griechischen
Fassung auch hebräische Fragmente bekannt, die jedoch nur in den
Textanmerkungen berücksichtigt werden, da das griechische Buch Sirach, das
allein vollständig vorliegt, nicht eine einfache Übersetzung, sondern eine
bewußte Bearbeitung darstellt und in dieser Form in die Heilige Schrift der
alten Kirche aufgenommen wurde.
Die erwähnten zweihunderttausend Textvarianten beziehen sich allerdings nur
auf das Neue Testament. Was sich am Alten Testament im Lauf der Zeit
verändert hat, ist wohl ein Fall für wüste Spekulationen. Da das Alte
Testament auch Zeiträume behandelt, in denen es noch gar keine Schrift gab,
sondern alles per mündlicher Überlieferung weitergegeben wurde, fühlt man
sich hier an das Kofferspiel erinnert:
“Ich packe meinen Koffer und nehme mit: Eine Zahnbürste, einen
Kondomautomaten, ein....”
Kenner wissen, daß nach spätestens fünfzehn Gegenständen keiner mehr eine
Ahnung hat, was alles im Koffer ist. Unter diesem Aspekt kann sich jeder,
der der Meinung ist, solche mündlichen Überlieferungen weiterzugeben wäre
kein Problem, einmal hinsetzen, das Buch Chronik auswendig lernen und seinem
Kind aufsagen:
1 Chronik 1,1 Adam, Seth, Enosch,
Kenan, Mahalalel, Jeroch, Henod, Metuschelach, Lamech, Noach, Sem, Ham und
Jafet. Die Söhne Jafets waren: Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, Meschech
und Tiras. Die Söhne Gomers waren: Aschkenas, Rifat und Togarma. Die Söhne
Jawans waren: Elischa, Tarschisch, die Kittäer und die Rodaniter. Die Söhne
Hams waren: Kusch, Ägypten, Put und Kanaan. Die Söhne des Kusch waren: Seba,
Hawila, Sabta, Ragma und Sabtecha; und die Söhne Ragmas waren: Saba und
Dedan. Kusch zeugte Nimrod.
1,17
Die Söhne Sems waren: Elam, Assur, Arpachschad, Lud, Aram, Uz, Hul,
Geter und Meschech. Arpachschad zeugte Schelach, Schelach zeugte Eber. Eber
wurden zwei Söhne geboren: der eine hieß Peleg, sein Bruder hieß Joktan.
Joktan zeugte Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach, Hadoram, Usal, Dikla,
Obal, Abimael, Saba, Ofir, Hawila und Jobab. Sem, Arpachschad, Schelach,
Eber, Peleg, Regu, Serug, Nahor, Terach, Abram, das ist Abraham.
Das Kind muß natürlich alles gut im Kopf behalten, um es seinerseits
fehlerfrei weitergeben zu können. Dummerweise geht es noch viele viele
Seiten so weiter.
Die Genauigkeit und Zuverlässigkeit solcher Aufzeichnungen kann bezweifelt
werden. Liest man zum Beispiel in 1 Chronik 7,6: Die Söhne Benjamins
waren Bela, Becher und Jediael, insgesamt drei, so heißt es ein paar
Kapitel weiter: 1 Chronik 8,1
Benjamin zeugte Bela als seinen Erstgeborenen, Aschbel als zweiten, Achrach
als dritten, Noha als vierten und Rafa als fünften.
Die Schriftsteller der Bibel schienen des öfteren keine Ahnung mehr gehabt
zu haben, was sie ein paar Kapitel vorher noch geschrieben hatten, auch
schienen sie ihre Werke nicht Korrektur zu lesen. In 2 Samuel 6,23 heißt es:
Michal aber, die Tochter Sauls, bekam bis zu ihrem Tod kein Kind,
während man aus 2 Samuel 21,8 erfährt: ... und die fünf Söhne, die
Michal, die Tochter Sauls, dem Adriel, dem Sohn Barsillais aus Mehola,
geboren hatte.
In ein und demselben Bibelbuch war Michal also kinderlos und hatte
zugleich fünf Söhne.
Oft wird behauptet, die Bibel sei von Gott persönlich inspiriert bis
diktiert, was allerdings die Frage aufwirft, ob Gott selber des Schreibens
nicht kundig war. Man würde auch gerne wissen, warum Gott das in so
kompliziert und ungenau zu schreibenden Sprachen wie Hebräisch oder
Aramäisch getan hat. Es gäbe bessere Sprachen für Überlieferungen.
Gott drückt sich manchmal auch etwas unverständlich aus, nicht jeder
versteht auf Anhieb Verse wie Ijob 17,14: Zur Grube rufe ich: Mein Vater
bist du! Meine Mutter, meine Schwester!, zum Wurm.
Die Übersetzung von Bibeltexten bietet mancherlei Schwierigkeiten. Viele
hebräische oder aramäische Wörter haben mehrere Bedeutungen, wobei es dem
Übersetzer überlassen bleibt, welche davon er wählt. So könnte man zum
Beispiel den Begriff “Der Hochbetagte” (hebräisch OThIQ IMIM) genausogut als
“Der Transportierbare mit den Tanks” übersetzen, behaupten die
sprachkundigen Wissenschaftler George Sassoon und Rodney Dale. Und es gibt
auch Wörter, die sich überhaupt nicht übersetzen lassen, weil deren
Bedeutung heutzutage kein Mensch mehr kennt.
Das Übertragen in fremde Sprachen kann auch noch ganz andere Tücken haben.
Zum Beispiel hatte die Sprache der Eskimos früher kein Wort für
“Feigenbaum”, es mußte erst erfunden werden, aber das kannte dann natürlich
keiner. Man kann auch bewußt falsch übersetzen, damit es heiliger klingt.
Zum Beispiel den Heiligen Geist, der im hebräischen Original “ruach” heißt,
was keineswegs Geist bedeutet, sondern Hauch, Luft oder Wind. Im übrigen ist
“ruach” vom Geschlecht her sowohl im Aramäischen als auch im Hebräischen
weiblich. Auch heute noch. Eine Heilige Geistin, also.
Will man einem Buddhisten die heilige Botschaft nahebringen, so sollte man
sich genau überlegen, ob man manche Jünger des Jesus von Beruf Fischer sein
lassen will, oder das nicht lieber anders übersetzt. Er wäre schockiert
darüber, da es den Buddhisten streng verboten ist, irgendeine Art von
Lebewesen aufzuessen. Er würde es in keinster Weise als heilig und
nachahmenswert empfinden.
Das biblische Buch Ester ist ein gutes Beispiel dafür, wie genau es manche
der alten Bibelübersetzer mit ihrer Arbeit nahmen. In der Einführung zu
diesem Buch steht in der Einheitsbibel: “Gott wird im hebräischen
Esterbuch nicht erwähnt. Dem suchte die griechische Fassung abzuhelfen,
indem sie außer anderen Erweiterungen die Gebete Mordechais und Esters, den
Traum Mordechais und seine Deutung einfügte. Hier wird ausdrücklich von Gott
gesprochen.”
Lysimachus, der Übersetzer dieses Buches, der sich wohl nicht vorstellen
konnte, daß ihm unsere Historiker mal auf die Schliche kommen würden, hat
eindeutig gelogen; als Unterschrift unter dem Esterbuch kann man lesen:
Ester 10,31 Im vierten Jahr der
Regierung des Ptolemäus und der Kleopatra überbrachten Dositheus, der, wie
er sagte, Priester und Levit war, und sein Sohn Ptolemäus den vorliegenden
Bericht. Sie sagten, er sei echt. Lysimachus, der Sohn des Ptolemäus, ein
Mann aus Jerusalem, habe ihn übersetzt.
Wie manche Schreiber des Wortes Gottes zur Sache gingen, geht auch aus dem
Vorwort des Verfasser des Makkabäerbuches hervor:
2 Makkabäer 2, 19 Die Ereignisse
... hat Jason aus Zyrene in fünf Büchern genau beschrieben. Wir nun wollen
versuchen, es hier in einem einzigen Buch kurz zusammenzufassen. Die
Einzelheiten genau zu untersuchen, überließen wir dem Geschichtsschreiber.
Wenn man ein neues Haus baut, muß sich der Architekt um das ganze Gebäude
kümmern; Dekorateur und Maler dagegen müssen nur das prüfen, was zur
Ausschmückung nötig ist. Ähnlich beurteile ich auch unsere Aufgabe. Sich
daran zu machen, die überlieferten Nachrichten kritisch zu beurteilen und
bis ins einzelne genau zu untersuchen, ist Sache des Historikers. Wer aber
nur nacherzählen will, darf die Darstellung straffen, auch wenn die genaue
Ausarbeitung nach den Regeln der Geschichtsschreibung dabei zu kurz kommt.
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1 - Die Herkunft der Bibel Kreative
Schriftsteller, die eine Mutter von fünf Söhnen kinderlos bleiben lassen
Kapitel 2 - Jahwe und seine Kinder Über einen
eifersüchtigen Anstifter zum Massenmord und seine dicken Nachfolger
Kapitel 3 - Von Noah bis Abraham Berichte über Vegetarier, Alkoholiker und Wichser
Kapitel 4 - Moses Ein stotternder Mörder macht sich auf die Reise
Kapitel 5 - Gemetzel und Weiberhelden Die
Verführungskünste des König David und seiner Söhne
Kapitel 6 - Weisheiten Wo Rockbands ihre Texte klauen
Kapitel 7 - Raumfahrer Berichte über Hubschrauber,
Raumstationen und seltsame Wesen
Kapitel 8 - Jesus Ein Lausbub haucht Sperlingen aus Lehm
Leben ein
Kapitel 9 - Weiber Biblische Sprüche über Frauen
Kapitel 10 - Wunder über Wunder Wasser oder Wein?
Kapitel 11 - Märtyrer & Heilige 1000 Tips, wie man sich quälen lassen kann
Kapitel 12 - Himmel und Hölle Ein Katastrophenbericht
über den Untergang der Welt
Kapitel 13 - Katholen und Evangelen Traubensaft statt Blut Christi
Kapitel 14 - Moroni Barfuß in einem amerikanischen
Schlafzimmer: Ein Engel des Herrn im Jahre 1823
Kapitel 15 - Gesalbte und andere Schafe Die Zeugen
Jehovas erobern die Welt und erben das Reich Gottes
Kapitel 16 - Lorbe(e)ren Der Heilige Geist in Österreich
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