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Die Bibel ist angeblich das meistgedruckte und meistverkaufte Buch aller
Zeiten. Möglicherweise auch das am wenigsten gelesene, heutzutage
jedenfalls. Ihr Inhalt wird meist mit verklärtem Blick betrachtet und das
Buch ungelesen oder nur oberflächlich durchgeblättert ins Wohnzimmerregal
gestellt. Abgesehen von den heiligen und erbaulichen Teilen, die man im
Religionsunterricht lernt oder in der Kirche hört, bietet sie aber eine
Fülle von peinlichen Stellen, Absonderlichkeiten oder ganz einfach Unfug.
Von denen erfährt man allerdings als Normalbürger nichts, außer man macht
sich die Mühe, das umfangreiche Werk zu studieren. Wer kennt schon - auch
heute noch manchmal befolgte - Gebote Gottes wie:
Ihr dürft keinerlei Aas essen. Du sollst es ... einem Ausländer verkaufen.
Nachzulesen im 5. Buch des Moses -
auch Deuteronomium genannt - Kapitel 14, Vers 21a.
Das klingt nicht besonders heilig, ebensowenig wie folgender biblischer Rat
besonders erbaulich scheint: Kohelet 7,3
Besser sich ärgern als lachen; denn bei einem vergrämten Gesicht wird das
Herz heiter.
Ganz aktuell auch zu Zeiten von Wahnsinn in englischem Rindfleisch ein
möglicherweise von einem Metzger in die Bibel geschmuggeltes Gebot:
1 Korinther 10,25 Alles, was auf
dem Fleischmarkt verkauft wird, das eßt, ohne aus Gewissenhaftigkeit
nachzuforschen.
Für unseren heutigen Sozialstaat - wo mancher gerne krank oder arbeitslos
ist - klingt vielleicht ein bißchen hart:
2 Thessalonicher 3,10 Wer nicht
arbeiten will, soll auch nicht essen.
Und eine biblische Weisheit, über die sich Politiker besonders freuen
dürften, lautet:
Römer, 13,1 Jeder leiste den
Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam. Denn es gibt keine
staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt, jede ist von Gott eingesetzt.
Das wird Frau Merkel gerne hören.
Auch die innere Logik der Bibel wird viel zuwenig durchdacht. Jeder kennt
zum Beispiel den ersten Schritt der Schöpfung der Welt:
Genesis 1,3 Gott sprach: Es
werde Licht. Und es wurde Licht.
Dies war sehr schlau von Gott, ansonsten hätte er mehrere Tage im Dunkeln
arbeiten müssen, schuf er Sonne, Mond und Sterne doch erst am vierten Tag.
Aber kaum jemand denkt darüber nach, welcher Art dieses Licht gewesen sein
könnte.
Der Bibelkurs will dem Leser einige Aspekte der Bibel nahebringen, von denen
man noch nicht so oft gehört hat, die einem von der Kirchenobrigkeit zwar
inzwischen nicht mehr verheimlicht, aber auch nicht laut vorgelesen werden.
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1 - Die Herkunft der Bibel Kreative
Schriftsteller, die eine Mutter von fünf Söhnen kinderlos bleiben lassen
Kapitel 2 - Jahwe und seine Kinder Über einen
eifersüchtigen Anstifter zum Massenmord und seine dicken Nachfolger
Kapitel 3 - Von Noah bis Abraham Berichte über Vegetarier, Alkoholiker und Wichser
Kapitel 4 - Moses Ein stotternder Mörder macht sich auf die Reise
Kapitel 5 - Gemetzel und Weiberhelden Die
Verführungskünste des König David und seiner Söhne
Kapitel 6 - Weisheiten Wo Rockbands ihre Texte klauen
Kapitel 7 - Raumfahrer Berichte über Hubschrauber,
Raumstationen und seltsame Wesen
Kapitel 8 - Jesus Ein Lausbub haucht Sperlingen aus Lehm
Leben ein
Kapitel 9 - Weiber Biblische Sprüche über Frauen
Kapitel 10 - Wunder über Wunder Wasser oder Wein?
Kapitel 11 - Märtyrer & Heilige 1000 Tips, wie man sich quälen lassen kann
Kapitel 12 - Himmel und Hölle Ein Katastrophenbericht
über den Untergang der Welt
Kapitel 13 - Katholen und Evangelen Traubensaft statt Blut Christi
Kapitel 14 - Moroni Barfuß in einem amerikanischen
Schlafzimmer: Ein Engel des Herrn im Jahre 1823
Kapitel 15 - Gesalbte und andere Schafe Die Zeugen
Jehovas erobern die Welt und erben das Reich Gottes
Kapitel 16 - Lorbe(e)ren Der Heilige Geist in Österreich
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