Grossbelastungskörper

Spirit of Berlin

 
 
"Germania" sollte Berlin heißen, wenn es nach dem siegreich beendeten Krieg Welthauptstadt werden würde. So hatten sich das Adolf Hitler und sein Hofarchitekt Albert Speer vorgestellt. Unmengen von Prunkbauten und als Krönung des ganzen ein gigantischer Triumphbogen, 170 Meter breit und 140 Meter hoch.

Speer hatte Bedenken, ob der Berliner Boden ein solches Monumentalwerk überhaupt tragen konnte. Deshalb ließ er einen "Großbelastungskörper" bauen – hauptsächlich von französischen Kriegsgefangenen. 12 360 Tonnen Stahlbeton in Form eines hässlichen Klotzes, 21 Meter Durchmesser, 14 Meter über und 18 Meter unter der Erde.

In der Tempelhofer General-Pape-Straße Ecke Dudenstraße steht der "Pilz", wie er von den Anliegern genannt wird, seit 1941 und belastet den Berliner Boden. 19 Zentimeter hat er sich in etwas mehr als 60 Jahren gesenkt. Seit 1995 unter Denkmalschutz gestellt, weiß keiner so richtig, was man damit anfangen soll. Es gab Pläne, auf dem Dach ein Cafe einzurichten, aber die scheiterten an den Kosten. Ab und zu schneiden Kids Löcher in den Zaun und spielen in dem verwilderten Gelände verstecken und als Obdachlose begannen, die Messkammern im Inneren als Sommerresidenz zu verwenden, ließ man den Eingang zumauern.