Markt Eine älteres Mädchen mit Banjo singt den Kunden an der Käsetheke Folksongs vor, ein jüngeres Mädchen mit Kind tanzt dazu, alles ist voll mit Blumen, der Verkehrslärm von der nahegelegenen Skalitzer Straße ist so gut wie nicht zu hören – so schmeckt die Lamm-bratwurst für einen Euro achtzig. Sehnsüchtige Gedanken an die Hippie-Zeiten der 70er Jahre steigen in einem auf, als man diese Atmosphäre noch jeden Tag hatte und nicht nur freitags am Lausitzer Platz. Es ist nicht leicht, auf dem Bürgersteig noch einen Parkplatz für das Fahrrad zu finden – mit dem Auto hierherzufahren wäre ein schwerer Fauxpas -, der Markt ist gut besucht. Und was man in Kreuzberg eigentlich nicht erwarten würde: er ist voll in deutscher Hand, kein türkischer Gemüsehändler weit und breit. Kinder kann man beruhigt mitbringen, ein großer Spielplatz mit eingezäunten Abteilungen für Fuß- und Basketball wird die Kleinen einige Zeit beschäftigen. Alles wird idyllisch von Bäumen überdacht und wem der Trubel zu viel wird, der kann sich in einen kleinen Park verziehen. Stände mit indischen oder indianischen Schals und Decken, Schmuckläden und der obligatorische Räucherstäbchendealer mischen sich locker unter die Biohändler. Und wem die Auswahl auf dem Markt zu dürftig ist, der wird sicher beim gegenüberliegenden Trödler fündig.

Aber alles hat seine Schattenseiten. Was wollte der freundliche Biobratwurstverkäufer da in das Brötchen spritzen? Ketchup. Ordinären unökologischen Tomato Joe Kinderketchup von Livio. Alsowirklichnööweißtdudasistabernöödualsohörmal...

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